17:57 23 Januar 2017
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    "Trud": Russlands Ex-Premier Kasjanow mangelt es an politischer Kühnheit

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    MOSKAU, 1. August (RIA Nowosti). Russlands Ex-Premier Michail Kasjanow mangelt es eindeutig an politischer Kühnheit. Diese Meinung äußerte Konstantin Simonow, Generaldirektor des Zentrums für politische Konjunktur, in einem in der Tageszeitung "Trud" veröffentlichten Interview.

    Nach seinen Worten wirkt Kasjanows Verhalten, der der Macht im Zusammenhang mit dem "Datscha-Fall" eine politische Verfolgung vorwirft, überhaupt wie eine politische Show: Der Ex-Premier zog es vor, seinen Urlaub nicht abzubrechen, kam dann komfortabel nach Russland zurück und will nun zeigen, er werde in irgendeiner Weise Putin opponieren. "Wie ein Kämpfer wirkt Kasjanow nicht", meinte der Experte. Nach seiner Ansicht ist der Ex-Premier nicht die Person, die zu einer offenen Konfrontation mit der Macht und realen Handlungen fähig wäre.

    Andererseits setzen einige Politiker aus der rechten Opposition gerade auf Kasjanow, weil es "sonst niemanden gibt, auf den man setzen könnte". Dass man früher auf den Abgeordneten Wladimir Ryschkow oder den Chef der Partei "Jabloko", Grigori Jawlinski, gesetzt hatte, habe nichts gebracht. "Ryschkow war bereits in allen denkbaren ‚Parteien der Macht', dann aber wachte er auf und beschloss, man müsse sein Image radikal ändern und sich in einen Oppositionellen verwandeln", so der Experte.

    Deshalb wird nach einem "Schwergewichtler" gesucht, der fähig wäre, die rechte Bewegung in irgendeiner Weise zu reanimieren, die heute in einer eindeutigen Krise steckt. "Solche wie Kasjanow tauchen aus Personalmangel auf", stellte Simonow fest.

    Er äußerte die Zuversicht, dass die geflüchteten Oligarchen wie Boris Beresowski und Leonid Newslin Kasjanow ihre Dienste anbieten würden. "Der Ex-Premier ist aber kein Neuling in der Politik. Er ist sich dessen bewusst, dass er aufgefordert wird, in Russland zu kämpfen, während Beresowski in London und Newslin in Israel sind", so Simonow. Innerhalb Russlands gebe es keine soliden Figuren, die Kasjanow unterstützen würden. "Für die Großunternehmen ist Stabilität das wichtigste, sie werden eine gegen Putin gerichtete Opposition nicht finanzieren."

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