20:48 26 Juli 2017
SNA Radio
    Politik

    Pulikowski: Russland hat kein Problem der „Nordterritorien“

    Politik
    Zum Kurzlink
    0 410

    WLADIWOSTOK, 02. August (RIA Nowosti). Die Russische Föderation hat keine Probleme mit den Kurileninseln und den „Nordterritorien“, wie diese Inseln in Japan bezeichnet werden. Das erklärte Konstantin Pulikowski, der bevollmächtigte Beauftragte des Präsidenten Russlands im Föderationsbezirk Fernost, am Dienstag vor Journalisten.

    Als „Nordterritorien“ werden in Japan die Kurileninseln Iturup, Kunaschir und Schikotan sowie die Inselgruppe Chabomai bezeichnet, die nach Ende des Zweiten Weltkrieges der UdSSR zufielen. Japan erhebt Anspruch auf diese Inseln und macht deren Rückgabe zu einer Vorbedingung für den Abschluss eines Friedensvertrags mit Russland.

    Nach Pulikowskis Worten seien zwischen Russland und Japan auch ohne Unterzeichnung des Friedensvertrags sehr gute Beziehungen entstanden. „Die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit Japan entwickelt sich, das Tourismusgeschäft floriert“, so der Präsidentenbeauftragte.

    „Das ‚Problem der Nordterritorien’ ist eher eine PR-Plattform für japanische Politiker, auf der sie ihre Wahlkampagne gestalten“, meinte Pulikowski. „Das sind ihre absolut inneren Angelegenheiten, die uns nichts angehen.“

    „Auf solchen Problemen bauen viele Politiker aus verschiedenen Ländern, u. a. im Asiatisch-Pazifischen Raum, ihre politischen Programme“, fügte er hinzu.

    Die Kurileninseln verfügen über außerordentlich reiche Ressourcen, im Gewässer der Inseln leben große Mengen an wertvollen Fischen und Krabben. Dies ist ein einmaliger Archipel und auch eine Pforte aus dem Ochotskischen Meer in den Stillen Ozean für die russische Flotte.

    „Auf den Kurileninseln entwickelt sich die russische Wirtschaft aktiv. Dort werden Betriebe, Anlegestellen, Flugplätze und Wohnsiedlungen gebaut.“ In Zukunft werde dies ein schönes Eckchen des gedeihenden Russland sein, betonte er.

    Russland erkennt zwar das Territorialproblem mit Japan an, es weist aber die ultimativen Forderungen nach der Rückgabe der vier Inseln zurück.

    Ende Mai/Anfang Juni, kurz nach seinem Besuch in Tokio, räumte Russlands Außenminister Sergej Lawrow ein, dass das Problem des Abschlusses eines Friedensvertrages zwischen Russland und Japan „unter den gegenwärtigen Bedingungen unmöglich erscheint“.

    „Die Positionen der Seiten sind direkt entgegengesetzt“, stellte Lawrow fest. „Wir leben ohne Friedensvertrag, und dies ist kein Hindernis für die Entwicklung einer allseitigen Zusammenarbeit.“

    Wie der Minister hinzufügte, bereite Russland keine Vorschläge für einen Friedensvertrag zu dem für Ende November geplanten Japan-Besuch Wladimir Putins vor.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren