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    Chodorkowski: Anderen Großunternehmern droht keine Abrechnung

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    MOSKAU, 4. August (RIA Nowosti). Anderen Großunternehmern droht keine Abrechnung durch den Kreml mehr. Das behauptete der frühere Vorstandschef der Ölgesellschaft Yukos, Michail Chodorkowski, in einem am Donnerstag in der Zeitung "Wedomosti" veröffentlichten Interview. Zugleich wollte er nicht dafür bürgen, dass niemand von den sogenannten Oligarchen - den großen oder den kleineren - nicht eingesperrt und nicht getötet wird.

    "Putin reichte der Fall Yukos und seinem Kreis reichten Yuganskneftegas und die sonstigen Aktiva der ausgeplünderten Ölgesellschaft aus", so Chodorkowski. Der Macht würden weder Kraftressourcen noch Energie noch Überzeugung im Recht zu sein ausreichen, um eine weitere nationale Großgesellschaft anzugreifen, meinte er.

    Nach Ansicht Chodorkowskis, der am 31. Mai zu neun Jahren Freiheitsentzug verurteilt wurde, sagt heute der Kreml selbst, im Fall Yukos sei das Gesetz selektiv angewandt worden, und bietet dem Unternehmertum eine Art Nichtangriffspakt an. Das gegenseitige Vertrauen zwischen dem Staat und den Unternehmern sei aber verloren gegangen.

    Solange die Macht nicht gewechselt ist und solange das Großunternehmertum nicht mehrere entschiedene Schritte der Gesellschaft entgegen unternommen hat, würden keine Pakte mehr helfen, äußerte der frühere Yukos-Chef.

    "Solange die Privatisierung nicht legitimiert ist, wird der Kampf um das Großeigentum in unserem Land fortgesetzt. An diesem Kampf werden halbprivatisierte Gerichte, Organe des Innern und Staatsanwaltschaften teilnehmen", führte er weiter aus. Deshalb könne niemand seiner Sicherheit sicher sein.

    "Der Kreml ist nicht der einzige Spieler. Diejenigen, die die jetzigen Spielregeln zufrieden stellen, werden nach ihnen spielen müssen und könnten jeden Augenblick ein Opfer werden. ‚Individuell' kann man sich unmöglich absichern."

    Seine persönlichen Zukunftshoffnungen verbindet er mit der gesellschaftlichen Tätigkeit, mit den Fonds für Unterstützung der russischen Poesie und Philosophie und mit dem Verband für Unterstützung der Gefangenen. In dieser Arbeit "bin ich absolut frei von äußeren Verpflichtungen und deshalb vom Optimismus erfüllt", hieß es.

    Chodorkowski äußerte die Zuversicht, dass das gegen ihn gefällte Urteil "nicht bloß ermäßigt, sondern vom Obersten Gericht Russlands in drei-vier Jahren überhaupt aufgehoben wird".

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