03:01 25 April 2017
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    Russische Seeleute verlassen nigerianisches Gefängnis gegen Kaution

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    MOSKAU, 5. August (RIA Nowosti). Es wird erwartet, dass das nigerianische Gericht heute schriftlich verfügt, die elf russischen Seeleute, die unter der Beschuldigung des Schmuggels von Erdöl seit dem Jahre 2003 in Lagos in einem Gefängnis sitzen, gegen Hinterlegung einer Kaution freizulassen.

    "Der schriftliche Gerichtsbescheid über die Freilassung ergeht am 5. August und tritt in Kraft, sobald die Botschaft die erforderlichen Dokumente eingereicht hat", sagte der stellvertretende Sprecher des russischen Außenministeriums, Boris Malachow.

    Das nigerianische Gericht hatte am Donnerstag die Freilassung der Seeleute aus dem Untersuchungsgefängnis gegen die Hinterlegung der Reisepässe und gegen Garantien der Botschaft Russlands verfügt.

    "Die russische Botschaft in Nigeria wurde angewiesen, der nigerianischen Seite die erforderlichen Garantien zu geben", sagte Malachow. So garantiert die Botschaft, dass die Seeleute Nigeria bis zum Abschluss des Gerichtsverfahrens nicht verlassen. Die Höhe der Kaution beläuft sich nach vorliegenden Angaben auf 12 000 US-Dollar pro Person.

    Malachow führte aus, dass die Anordnung des nigerianischen Gerichts, welches "die Umstände des Falles gründlich untersuchte, ein Ergebnis des wiederholten Appells des russischen Außenministeriums an die nigerianischen Behörden war, Maßnahmen zum schnellstmöglichen Abschluss eines objektiven Gerichtsprozesses zu ergreifen".

    Der Tanker African Pride, dessen Besatzung zum Teil aus Russen bestand, war am 8. Oktober 2003 von einem nigerianischen Küstenschutzboot 31 Meilen vor der Küste Nigerias aufgebracht worden. Den Landesbehörden zufolge waren mehr als 11 000 Tonnen Rohöl an Bord entdeckt worden. Die Besatzung wurde unter der Beschuldigung des Schmuggels in Haft genommen und unter verschärften Haftbedingungen in ein Untersuchungsgefängnis gesteckt. Der Tanker wurde durch den griechischen Reeder illegal in ein anderes Land entführt.

    Die offizielle Klage wurde den Seeleuten fünf Monate nach ihrer Inhaftierung im März 2004 ausgehändigt. Nach mehrfachen Protesten und Appellen des russischen Außenministeriums, der Öffentlichkeit sowie der Mütter und Frauen der Seeleute wurden ihnen erleichterte Haftbedingungen zugestanden.

    Ursprünglich sollte im September über die Änderung der Haftbedingungen während der Dauer des Gerichtsprozesses entschieden werden.