04:39 22 September 2017
SNA Radio
    Politik

    Russland begrüßt Eurointegration des Balkan - gegen neue Trennlinien

    Politik
    Zum Kurzlink
    0 0 20

    MOSKAU, 5. August (RIA Nowosti). In Russland wird die Eurointegration des Balkan zwar begrüßt, zugleich aber wird dort die Meinung vertreten, dass auf der Halbinsel keine neuen Trennlinien gezogen werden sollten.

    Diese Meinung äußerte der ständige EU-Repräsentant Russlands, Wladimir Tschischow. "Die Rolle der Europäischen Union in dieser Region wird zunehmen, und zwar bis hin zur Regelung der Frage des EU-Beitritts der Balkanländer", stellte der Diplomat in einem am Freitag in der Tageszeitung "Wremja Nowostej" veröffentlichten Interview fest. "Wir begrüßen die Eurointegration des Balkan, geben aber unseren EU-Kollegen einen unentgeltlichen freundschaftlichen Rat: Auf dem Balkan sollten keine neuen Trennlinien entstehen, bei denen die einen Länder näher an sich herangezogen und die anderen abgestoßen werden."

    Wie Tschischow meinte, "wird dieser Rat adäquat aufgenommen".

    "Das Kosovo ist ein Problem nicht nur der Beziehungen Russlands mit der EU, sondern auch ein Objekt der Aufmerksamkeit der UNO, der NATO und der Kontaktgruppe", betonte er.

    "Das Wichtigste besteht darin, dort die Standards einzuführen, dann wird es auch um den Status (der autonomen Provinz im Bestand Serbiens) gehen", stellte Tschischow fest.

    Sowohl Sören Jessen-Petersen, Chef der UNO-Mission im Kosovo und Beauftragter des UNO-Generalsekretärs, und Kai Eide, Gesandter des UN-Generalsekretärs, der für die Zusammenstellung einer umfassenden Übersicht der Kosovo-Standards zuständig ist, räumen ein, dass es bis zur Einführung der Standards noch ein weiter Weg ist.

    "Weder für Kai Eide noch für die späteren Verhandlungen über den Status der Provinz Kosovo werden feste Zeitrahmen gesetzt. Herr Eide wird die umfassende Übersicht an UNO-Generalsekretär Kofi Annan übergeben. Auf dieser Grundlage wird der UN-Sicherheitsrat entscheiden müssen, ob die Verhandlungen über den Status der Region aufgenommen werden können oder nicht", hieß es.