05:27 24 April 2017
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    Transplantologen-Fall kommt noch nicht in die Akten

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    MOSKAU, 8. August (RIA Nowosti). Heute beginnt im Fall der Ärzte, die wegen einer illegalen Nierentransplantation angeklagt wurden, der Wiederholungsprozess, teilte einer der Rechtsanwälte der Beschuldigten, Jurij Kostanow, mit.

    Das Moskauer Stadtgericht hatte die vier Mitarbeiter des 20. städtischen Krankenhauses am 1. März dieses Jahres freigesprochen. "Die Schuld der Angeklagten konnte während des Verfahrens nicht belegt werden", heißt es im Urteilstext.

    Die Staatsanwaltschaft hat gegen das Urteil in der nächst höheren Instanz Berufung eingelegt. Das Oberste Gericht Russlands hob das Urteil auf und verwies die Strafsache Transplantation zur Neuverhandlung zurück.

    Die Verteidigung der Ärzte legte gegen die Aufhebung des Richterspruchs Beschwerde ein, doch das Präsidium des Obersten Gerichts befand ihn für rechtskonform.

    Dennoch meinen die Rechtsanwälte, dass der Ankläger abermals nicht nachzuweisen kann, dass die Ärzte des Mordversuchs schuldig sind.

    Der staatliche Kläger unterstreicht unterdessen, dass die Staatsanwaltschaft nicht das Verbot der Organtransplantation anstrebt. "Die Staatsanwaltschaft ist für die Transplantation, für ihre Weiterentwicklung. Wir verstehen die Schmerzen und Leiden von Menschen, die auf eine Organverpflanzung warten, doch plädieren wir für eine Transplantation, die nicht gegen die Rechte und Interessen der Bürger verstößt", stellte der zuständige Staatsanwalt, Alexander Remisow, fest.

    Die Staatsanwaltschaft hatte den Ärzten und Mitarbeitern des Transplantationszentrums die Vorbereitung des Mordes an dem Bürger Orechow zur Last gelegt. Er war am 11. April 2003 mit der Diagnose Schädelhirntrauma in die Aufnahme des Krankenhauses eingeliefert worden.

    Das Gericht hielt es jedoch für erwiesen, dass die "Ärzte die Operation zur Organentnahme erst einleiteten, nachdem sie den Tod des Patienten festgestellt hatten".