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    "Nowyje Iswestija": Gesamte russische Opposition wird aus dem Ausland finanziert

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    MOSKAU, 8. August (RIA Nowosti). Die Opposition in Russland war nie eine selbständige politische Kraft, die gesamte Opposition wird aus dem Ausland finanziert. Das stellte Alexej Muchin, Direktor des Zentrums für politische Information, in einem am Montag in der "Nowyje Iswestija" veröffentlichten Interview fest.

    Selbst die Emigranten Boris Beresowski und Leonid Newslin, die die Opposition finanzieren, sind keine selbständigen Spieler, "sie realisieren lediglich den Kurs des USA-Außenamtes".

    "Heute betreibt der Kreml einen Kuhhandel mit den USA über die Bedingungen, zu denen es bereit wäre, keine Allianz mit China zu bilden, das die Amerikaner als ihren wichtigsten Rivalen betrachten", so der Politologe. "Und die Opposition wird als ein Instrument der Druckausübung auf Moskau gebraucht." Deshalb habe Ex-Premier Michail Kasjanow keine Wahl, ob er zu einer Spitzenfigur der Opposition werden solle oder nicht. Dies sei ein Akt seiner finanziellen Selbstverteidigung gewesen, meint Muchin. Der ausländische Teil von Kasjanows Vermögen ist wesentlich größer als der russische, was ihn vom Außenamt stärker abhängig macht als vom Kreml.

    Derzeit werde die Opposition vom Kreml stark angegriffen, stellt der Experte fest. Deshalb bestehe das Wichtigste für sie darin, Kasjanow als eine Moskauer Alternative zur "Petersburger Mannschaft" bei den Präsidentenwahlen 2008 beizubehalten sowie die Aktivitäten der ausländischen nichtstaatlichen Organisationen auf dem Territorium Russlands zu entfalten und zu koordinieren, um zu den Wahlen möglichst viele Lebensressourcen zu mobilisieren.

    Dabei sei heute im Kreml selbst eine überaus starke Konfrontation zu verzeichnen, nämlich zwischen der Gruppe des Administrationschefs Dmitri Medwedew und der Gruppe seines Stellvertreters Igor Setschin. Diese Konfrontation betrifft die Aufteilung des Eigentums. Wladislaw Surkow, ein weiterer stellvertretender Administrationschef, betreibt eine aktive PR-Kampagne, bei der er sich selbst als Chefideologe des Kremls zur nächsten Wahlkampagne von 2007 und 2008 präsentiert. Der Etat dieser Kampagne sei allerdings noch nicht aufgeteilt, auch darum werde gekämpft, stellt der Politologe fest.