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    "Wedomosti": Russlands Marine verfügt über keinen effektiven Rettungsdienst

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    MOSKAU, 8. August (RIA Nowosti). In den fünf Jahren nach der Katastrophe des Atom-U-Boots "Kursk" hat die russische Seekriegsflotte keinen effektiven Rettungsdienst bilden können, schreibt die Tageszeitung "Wedomosti" am Montag.

    Das Tauchgerät AS-28, das sich ins Fischernetz verwickelt hatte, verbrachte mehr als drei Tage mit sieben Besatzungsmitgliedern im Beringmeer vor der Kamtschatka-Küste unter Wasser. Am Sonntag konnte es nur dank der Hilfe der britischen Marine gerettet werden. 29 Fachleute der britischen Seekriegsflotte hatten den Apparat "Super Scorpio" mit einem Flugzeug auf die Halbinsel Kamtschatka gebracht, der das Netz zu zerschneiden vermochte.

    Wie Wladimir Putins Pressesekretär Alexej Gromow mitteilte, sprach der Präsident allen Teilnehmern der Operation seinen Dank aus. Die Politiker waren allerdings unzufrieden: Auf der linken Flanke - hauptsächlich mit der Mobilisierung ausländischer Kräfte und auf der rechten - mit dem kläglichen Zustand der Flotte.

    "Es ist völlig unverständlich, warum die Briten die notwendige Technik haben und wir nicht", empörte sich der KPRF-Chef Gennadi Sjuganow. Dmitri Rogosin, Chef der linkspatriotischen Partei "Rodina" (Heimat) erklärte, er werde sich an die militärische Hauptstaatsanwaltschaft wenden, weil er die leitenden Vertreter der russischen Seekriegsflotte einer Schlamperei verdächtigt und Zweifel hinsichtlich der "eigentlichen Rolle der britischen Retter" hat.

    Mit allem zufrieden waren nur Vertreter der Partei "Einheitliches Russland". Der Leiter des Zentralen Exekutivkomitees der Partei, Andrej Worobjow, erklärte: "Die Operation wurde auf einem hohen professionellen Niveau ausgeführt". Worobjow bat die Politiker, ihre Spekulationen aufzugeben.

    Die Militärs behaupten, sie hätten aus der "Kursk"-Katastrophe eine Lehre gezogen. Im Ausland seien sieben Suchgeräte des Typs "Tiger" und vier Tieftaucheranzüge gekauft, in Rybinsk wurde ein neues Rettungsschiff für die Seekriegsflotte fertig gebaut, teilte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums mit. Für die Entwicklung eines neuen Taucheranzugs ist im Haushalt 2005 die gleiche Summe vorgesehen wie für die Entwicklung eines Jagdflugzeugs der 5. Generation, nämlich 300 Millionen Rubel, stellte ein Beamter aus der Föderalen Industrieagentur fest.

    Der Rettungsdienst ist aber weiterhin über die vier Flotten zerstreut, und im Pazifikraum zudem auf dem Raum zwischen Kamtschatka und der Region Primorje. Als Folge mangele es überall an Mitteln und Kräften, so der Marineexperte Michail Barabanow in der "Wedomosti". Wenn schon "die Rettung eines kleinen Tauchgeräts" für die Seekriegsflotte "derart große Probleme bereitet, so kann man sich kaum vorstellen, was passieren würde, wäre ein richtiges Atom-U-Boot verunglückt".

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