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    "Wremja Nowostej": Gasprom stellte Litauen ein Ultimatum

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    MOSKAU, 8. August (RIA Nowosti). Der Konzern Gasprom hat von der litauischen Regierung gefordert, die Regelung der Gaspreise für die Abnehmer aufzuheben, die mehr als eine Million Kubikmeter im Jahr kaufen, berichtet die Tageszeitung "Wremja Nowostej" am Montag.

    Der Grund für diese harte Maßnahme war der Beschluss der Staatlichen Kommission Litauens für Preise und Energiewirtschaft, die die Abgabepreise für einige Großkäufer einseitig um sechs Prozent herabgesetzt hat. In diesem Zusammenhang könnte die Gasverteilungsgesellschaft Lietuvos dujos, die zu 37,1 Prozent Gasprom gehört, nach den Worten von Alexjander Rjasanow, stellvertretender Gasprom-Vorstanschef, "Verluste von umgerechnet rund 7,2 Millionen Euro" erleiden.

    Die litauischen Behörden hatten sich noch zum Zeitpunkt des Erwerbs von Lietuvos-Dujos-Aktien durch Gasprom verpflichtet, die Preisregelung für die Unternehmen abzuschaffen, die mehr als eine Million Kubikmeter Gas im Jahr kaufen. Sollte die Forderung des russischen Konzerns nicht erfüllt werden, so prognostiziert Gasprom einen schnelleren Preisanstieg bei Gas als erwartet.

    Bekanntlich wurde bei Gasprom ein Programm der Gaspreissteigerung für die baltischen Länder konzipiert. Wie Rjasanow sagte, sollen die Preise innerhalb von drei Jahren den europäischen Stand erreichen. Gegenwärtig bekommen die Gasverteilungsgesellschaften Litauens, Lettlands und Estlands Gas zu 90 bis 100 Dollar pro Kubikmeter, was ungefähr 30 Prozent unter den europäischen Durchschnittspreisen liegt.

    Alexander Rjasanow wollte sich nicht dazu äußern, wie stark die Gaspreise für Litauen steigen könnten, sollte die Regierung der Republik die Gasprom-Meinung ignorieren. Wahrscheinlich wird der Konzern das Tempo der Umstellung auf die europäischen Durchschnittspreise beschleunigen und diese beispielsweise innerhalb von zwei Jahren abschließen. Im Extremfall wäre dies schon im nächsten Jahr möglich, wie dies in Bezug auf die Ukraine angekündigt wurde, meint das Blatt.