19:06 20 August 2017
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    Iran zur Fortsetzung der Verhandlungen mit EU bereit

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    TEHERAN, 9. August (RIA Nowosti) Der stellvertretende Leiter der iranischen Atomenergiebehörde, Mohammad Saidi, hat die Bereitschaft seines Landes bekundet, Verhandlungen mit der EU-Troika (Großbritannien, Frankreich und Deutschland) über die Wiederaufnahme von Aktivitäten auf dem Gebiet der Urananreicherung wiederaufzunehmen.

    "Bis jetzt halten wir das provisorische Moratorium über die Arbeit auf dem Gebiet der Urananreicherung ein und haben unsere Aktivitäten im Urananreicherungsobjekt in Natanse nicht wieder aufgenommen", heißt es in einer am Dienstag veröffentlichten Erklärung von Saidi.

    "Trotz der Verluste, die wir infolge des Arbeitsstopps erleiden, wollen wir die Verhandlungen mit der EU-Troika über die Inbetriebnahme dieses Projekts und die Beendigung des Moratoriums fortsetzen", betonte Saidi.

    "Sollten aber die Europäer auf den Dialog mit uns verzichten, werden wir nicht auf der Fortsetzung des Verhandlungsprozesses bestehen", hieß es.

    Auf die außerordentliche Tagung des IAEA-Direktorenrats eingehend, in der am Dientag das iranische "Nukleardossier" erörtert wird, betonte der Vertreter Irans: "Teheran wird nur die Resolution der IAEA-Leitung annehmen, die mit dem Vertrag über die Nichtweiterverbreitung von Kernwaffen und dem Zusatzprotokoll dazu im Einklang stehen würde", erklärte Saidi.

    Am Vortag hatte Iran die Arbeit im Nuklearzentrum für die Verarbeitung der Uranerze zu Uran in Isfahan teilweise wieder aufgenommen.

    Aus dem Erz wird faktisch das Pulver gewonnen, das in Urangexofluorid verarbeitet und anschließend, wie die Iraner behaupten, gelagert wird.

    Die Arbeit im Zentrum Isfahan war in Anwesenheit von IAEA-Experten und nur an den Ausrüstungen wieder aufgenommen, die von der Atomenergiebehörde nicht versiegelt worden waren. Am Dienstag sollen die IAEA-Inspekteure die Anlagen in Isfahan entsiegeln. Zugleich wurde im Betrieb Isfahan zusätzliche Inspektionsausrüstungen montiert, die gesamte Arbeit erfolgt unter Beobachtung von IAEA-Experten.

    Die offiziellen Behörden Irans hatten mehrmals erklärt, dass Iran den vorübergehenden Stopp der Aktivitäten auf dem Gebiet der Urananreicherung in Natanse verlängert habe und bereit wäre, mit der EU einen Dialog zu dieser Frage zu führen.

    Die EU bewertete allerdings die Wiederaufnahme der Arbeit im Nuklearzentrum Isfahan als einen Austritt der Islamischen Republik aus dem Moratorium über die Urananreicherung. Nach Ansicht der EU-Troika hat Iran kein Recht, zivile Nukleartechnologien zu haben und einen vollständigen Nuklearzyklus zu besitzen, weil die Atomprogramme in Zukunft auf militärische Zwecke umgestellt werden könnten.

    Nach Ansicht örtlicher Experten profitieren die USA, die seit langem darauf bestehen, dass das iranische "Nukleardossier" dem UN-Sicherheit zur Behandlung vorgelegt wird, am meisten von der gegenwärtigen Konfrontation und der Zuspitzung der Beziehungen zwischen der Europäischen Union und Iran.

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