03:02 25 April 2017
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    Ehemaliger Yukos-Chef auf Informations-Hungerdiät gesetzt

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    MOSKAU‚ 09. August (RIA Nowosti). Die Haftbedingungen für den Ex-Chef der Ölgesellschaft Yukos, Michail Chodorkowski, im Untersuchunsgefängnis sind verschärft worden. Das teilt das Pressezentrum Chodorkowskis am Dienstag mit.

    „Michail Chodorkowski wurde heute aus dem Untersuchungsgefängnis 4 ‚Matrosskaja Tischina’ ins Untersuchungsgefängnis 1 übergeführt. Er wird nun in einer für elf Personen ausgelegten Zelle gehalten. Er bekommt keine Zeitungen mehr und darf keine Fernsehsendungen sehen“, heißt es in einer Mitteilung des Pressezentrums, die der RIA Nowosti zugegangen ist.

    Das Untersuchungsgefängnis 1 ist als „Matrosskaja Tischina“ bekannt. Das Untersuchungsgefängnis 4 liegt ebenfalls auf dem Gelände von „Matrosskaja Tischina“.

    Wie Anton Drel, Anwalt des in Ungnade gefallenen Oligarchen, bestätigte, wurde sein Mandant in ein anderes Haus des Untersuchungsgefängnisses „Matrosskaja Tischina“ überführt.

    „Chodorkowski war in der ‚Matrosskaja Tischina’ 99/1 gehalten worden, jetzt ist er ins Haus 77/1 überführt worden“, teilte der Verteidiger der RIA Nowosti mit.

    Dem Anwalt zufolge unterscheiden sich diese Gebäude durch die Haftbedingungen voneinander. „Jetzt wird der Ex-Chef von Yukos in einer Zelle gehalten, wo sich noch elf Personen aufhalten und es keinen Fernseher gibt“, sagte der Jurist.

    Drel konnte den Grund für die Überführung Chodorkowskis in ein anderes Haus des Untersuchungsgefängnisses nicht nennen.

    Anwalt Genrich Padwa weiß nichts von der Überführung seines Mandanten in ein anderes Untersuchungsgefängnis.

    „Ich weiß nichts davon, ich bekomme dies erstmals zu hören, derzeit halte ich mich im Ausland auf“, sagte der Anwalt.

    Der ehemalige Yukos-Chef Chodorkowski und der Chef der Internationalen Finanzvereinigung „Menatep“ Platon Lebedew wurden am 31. Mai 2005 zu je neun Jahren Freiheitsentzug in einer Besserungsarbeitskolonie mit mäßigen Haftbedingungen verurteilt.

    Sie waren wegen Betrug, Nichterfüllung eines in Kraft getretenen Gerichtsbeschlusses und der Steuerhinterziehung als natürliche und juristische Personen für schuldig erklärt worden.