08:18 25 September 2017
SNA Radio
    Politik

    Russischer Experte: Schüren von Spannungen um iranisches Atomprogramm haltlos

    Politik
    Zum Kurzlink
    0 0 0 0
    MOSKAU, 09. August (RIA Nowosti). Das Schüren von Spannungen um das Atomprogramm Irans ist haltlos. Diese Ansicht vertrat der Generaldirektor des Zentrums für die Erforschung des modernen Iran, Radschab Safarow, am Dienstag in Moskau.

    "Die Krise um das iranische Atomprogramm ist offenkundig. Diese Krise ist nach meiner Ansicht ein Ergebnis der Handlungen der EU-Troika (Großbritannien, Frankreich und Deutschland). Ich denke, dass die Krise in vieler Hinsicht aufgebauscht ist", fuhr der Experte fort.

    Die festgefahrene Situation führte Safarow darauf zurück, dass in den jüngsten Vorschlägen der EU-Troika vom 5. August, die im Namen der EU mit Iran über Atomprobleme verhandelt, das Recht Teherans auf ein friedliches Atomprogramm nicht anerkannt ist. "Das zeugt vom mangelnden Willen der westlichen Länder, einen Konkurrenten im Energiebereich zu haben."

    Der Experte äußerte die Auffassung, dass Iran seine Unabhängigkeit stärkt, wenn es Atomstrom produzieren wird. "Der Westen ist der Ansicht, dass Iran seine Atomtechnologien zu militärischen Zwecken nutzen kann, wenn solche hohe Technologien im Lande Fuß fassen. Diese Befürchtung dominiert in allen Verhandlungen zwischen der Europäischen Union und Iran." Die Befürchtungen der europäischen Länder über das Atomprogramm Irans bezeichnete Safarow als unbegründet.

    "Experten der Internationalen Atomenergieorganisation (IAEA) kontrollieren ständig die Situation der iranischen Atomprogramme. Bisher wurden keine konkreten Verstöße gegen die entsprechende internationale Gesetzgebung nachgewiesen. Es gibt auch keinen Grund für solche Befürchtungen."

    Safarow sagte ferner, dass der IAEA-Gouverneursrat in seiner Sondersitzung kaum den Beschluss fassen wird, das so genannte Atomdossier Irans dem UN-Sicherheitsrat zur Erörterung vorzulegen. "Die Wahrscheinlichkeit einer solchen Entwicklung ist äußerst gering. Sollte ein Präzedenzfall geschaffen werden, würden die Möglichkeiten anderer Länder, neue Technologien einzuführen, bedeutend eingeengt werden. Das wäre mit der Anwendung doppelter Standards gegenüber einzelnen Ländern vergleichbar", sagte der Experte.

    Er glaube nicht daran, dass Russland dem Wunsch seiner Partner stattgeben würde, das Iran-Dossier im UN-Sicherheitsrat einzubringen. Safarow verwies auf das Interesse Russlands daran, die Krise um das iranische Atomprogramm schnellstmöglich zu überwinden. "Wir sind daran nicht nur aus politischen Gründen interessiert. Mit diesem Land und mit seinem Energieprogramm verbindet Russland groß angelegte Projekte", sagte der Experte.

    Russland beendet derzeit den Bau des ersten Reaktorblocks im iranischen Atomkraftwerk Bushehr. Die Inbetriebnahme der Anlage ist für 2006 geplant.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren