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    Expertenmeinung: Lage im Nahen Osten kann nicht ohne die Lösung des Irak-Problems geregelt werden

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    MOSKAU, 09. August (RIA Nowosti). Die Lage im Nahen Osten kann nicht ohne die Lösung des Irak-Problems geregelt werden, meint der Forscher Wladimir Achmedow vom Institut für Oststudien an der Russischen Akademie der Wissenschaften.

    „Der Schwebezustand der Krise im Nahen Osten und die Lage in Irak schaffen einen Nährboden für Terroristen und islamische Nationalisten jeden Schlages. Nach dem Sturz des Regimes von Saddam Hussein wurde Irak zu einer Brutstätte für den Terrorismus, wo Kämpfer der verschiedensten nationalistischen Bewegungen und Terroristen eine hervorragende Schule durchlaufen, darunter auch solche, die anschließend im Nahen Osten von sich reden machen“, sagte Achmedow in einem Interview für RIA Nowosti.

    Er legte dar, dass die Lage in Irak und die Regelung des palästinensisch-israelischen Konflikts Hauptthemen auf dem bevorstehenden Gipfeltreffen der Liga der Arabischen Staaten im ägyptischen Scharm el-Scheich sein werden.

    Achmedow erinnerte daran, dass der Präsident von Irak gegenwärtig Konsultationen mit den Chefs der Parteien und Bewegungen führt, bei denen sie vor der Aufgabe stehen, die anhaltenden Differenzen bei der Vorbereitung eines Verfassungsentwurfs zu überwinden. Der Entwurf der irakischen Verfassung soll zum 15. August vorliegen und zum 15. Oktober einer Volksabstimmung zur Bestätigung unterbreitet werden.

    „Ende des Jahres 2006 wächst der Druck auf George Bush in dem Maße, wie sich die Wahlen in den USA nähern. Die Präsenz amerikanischer Soldaten in Irak und die Verluste, die sie in diesem Krieg zu erleiden haben, könnten zur wichtigsten Trumpfkarte der Demokraten im bevorstehenden Präsidentschaftswahlkampf werden. Darum kann mit einem hohen Grad an Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass entweder Ende des Jahres 2006 oder aber sogar etwas früher Schritte unternommen werden, um die amerikanischen Truppen aus Irak abzuziehen“, meint Achmedow.

    „Die Amerikaner wollen nicht aus der Region abziehen, so dass der Rückzug der Truppen auf die nächst gelegenen Militärstützpunkte erfolgen könnte, so nach Zentralasien oder nach Transkaukasien“, sagte er. Der Gesprächspartner von RIA Nowosti schloss nicht aus, dass die Kräfte der Koalition durch gesamtarabische Streitkräfte ersetzt werden könnten.

    „Das ist keine neue Idee. Sie stand schon zur Debatte, doch wurde sie nicht ausdiskutiert. Nun, nachdem der saudiarabische König Fahd verstorben ist, könnte die Idee wieder an Anziehungskraft gewinnen. Der neue König Saudi-Arabiens, Abdallah, gilt als mehr proarabisch und als entschiedener bei der Verteidigung der Interessen der arabischen Staaten. Das Engagement des saudischen Königreichs mit seinen gewaltigen finanziellen Ressourcen könnte der Idee neue Lebenskraft verschaffen“, sagte Achmedow.

    Es ist geplant, das Gipfeltreffen der Arabischen Liga am 11. August in Scharm el-Scheich zu eröffnen.

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