03:02 25 April 2017
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    "Gaseta": Russlands Unternehmer sehen keinen Sinn im WTO-Beitritt

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    MOSKAU, 10. August (RIA Nowosti). Russische Unternehmer befürchten, dass mit einem Beitritt Russlands zur Welthandelsorganisation WTO die russische Landwirtschaft, die verarbeitende Industrie und der Maschinenbau zerstört werden. Indessen versicherte das Ministerium für Wirtschaftsentwicklung und Handel, der WTO-Beitritt würde sich höchstens auf einen schmalen Sektor der Wirtschaft negativ auswirken, schreibt die Tageszeitung "Gaseta" am Mittwoch.

    Bereits im nächsten Jahr könnte Russland ein WTO-Vollmitglied werden. Im Vorfeld dieses Ereignisses unternimmt eine Gruppe von Beamten des russischen Wirtschaftsministeriums unter Leitung des russischen Chefunterhändlers Maxim Medwedkow eine Reise durch Russland mit dem Ziel, den Unternehmern alle Vorteile des bevorstehenden WTO-Beitritts zu erläutern.

    Nach den bisherigen Konferenzen kam Medwedkow zu dem Schluss, dass "die Wirtschaft und die regionalen Behörden keine Alternative zum WTO-Beitritt sehen".

    Die Unternehmer und Beamten in der Provinz begreifen allerdings nicht ganz, wozu Russland die WTO braucht, und sehen in einem WTO-Beitritt mehr Nach- als Vorteile.

    So sind viele der Auffassung, dass ein WTO-Beitritt mehrere Branchen, insbesondere die Landwirtschaft, in Gefahr bringt. "Der billige Agrarimport könnte die einheimischen Produzenten vernichten", meinte Konstantin Babkin, Chef des Direktorenrates der Holding "Nowoje Sodruschestwo".

    Die Landwirtschaft ist aber nicht die einzige Branche, wo Probleme entstehen könnten. "Unsere Verarbeitungsindustrie entspricht auf Schritt und Tritt nicht den internationalen Standards", erklärte ein Vertreter der örtlichen Vertretung des Russischen Industriellen- und Unternehmerverbands in Lipezk. "Von welchen zusätzlichen Arbeitsplätzen im Zusammenhang mit einem WTO-Beitritt kann denn die Rede sein, wenn sich manche Betriebe als nicht konkurrenzfähig erweisen würden?"

    Im Ministerium für Wirtschaftsentwicklung und Handel wird die Ansicht vertreten, dass diese Befürchtungen übertrieben sind, schreibt die Zeitung. Das Ministerium stützt sich dabei auf Untersuchungen einheimischer Experten, die davon zeugen, dass Probleme nur in engen Sektoren entstehen könnten - im Traktorenbau und in der Produktion von Ausrüstungen für die Nahrungsmittelindustrie.