23:45 23 April 2017
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    Experten: Kompromiss zwischen der EU und Iran wird bis zu Ende gesucht

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    MOSKAU, 10. August (RIA Nowosti). In einer Sondersitzung des IAEA-Gouverneursrates zur Problematik der iranischen Nuklearprogramme wird höchstwahrscheinlich beschlossen, den Verhandlungsprozess, den die EU-„Troika“ - Frankreich, Großbritannien und Deutschland - mit Teheran geführt hat, fortzusetzen, meinen Experten.

    „Es gibt Chancen, sich über die Fortsetzung der Verhandlungen zu einigen“, sagte der ehemalige Vertreter Moskaus in der IAEA und Ratsvorsitzende des Zentrums für politische Studien in Russland (PIR-Zentrum), Roland Timerbajew, auf einer Pressekonferenz in der RIA Nowosti. Seine Kollegen aus dem PIR-Zentrum stimmen ihm zu: ein Kompromiss mit Iran wird bis zu Ende gesucht, es gibt keinen anderen Weg.

    Timerbajew ist zuversichtlich, dass das Dossier zum iranischen Nuklearprogramm nicht an den UN-Sicherheitsrat weitergegeben wird. In der Sitzung des Gouverneursrates der IAEA „hat niemand über die Weitergabe der iranischen Frage an die UNO gesprochen, sondern es wurde nach Wegen zur Fortsetzung der Verhandlungen der europäischen ‚Troika’ und Irans gesucht“, sagte der Experte.

    Mehr noch. Wie der Chefberater des PIR-Zentrums, Generalleutnant a. D. Gennadi Jewstafjew, äußerte, wäre es für die Mehrheit der Mitglieder des UN-Sicherheitsrates unvorteilhaft, die Situation bis zur Weitergabe des iranischen Dossiers an diese Organisation zu führen. „Die Übergabe des Dossiers würde ernsthafte internationale Probleme heraufbeschwören - es ist kaum vorstellbar, dass die Mitglieder des UN-Sicherheitsrates in dieser Frage eine gemeinsame Herangehensweise finden könnten. Und ohne dies kann unmöglich irgendeine Resolution angenommen werden“, sagte er.

    Nach Meinung Jewstafjews ist allen Folgendes klar: „Wenn der UN-Sicherheitsrat dennoch eine Resolution annimmt, die Iran verurteilt, würde dies Möglichkeiten eröffnen, gegen dieses Land eine Gewaltoperation durchzuführen, wie das in Irak der Fall war. Unter den gegenwärtigen politischen Verhältnissen würde niemand darauf eingehen.“ „Außerdem wäre der Austritt Irans aus dem Vertrag über die Nichtweiterverbreitung von Kernwaffen (Kernwaffensperrvertrag) für niemanden von Vorteil. Dies würde nur den Vertrag völlig in Misskredit bringen“, fügte der Experte hinzu.

    Es gibt auch ein weiteres wichtiges Moment, das laut Jewstafjew unter anderem von den Experten, die den USA-Aufklärungskreisen nahe stehen, beachtet wird. Das ist die Offensichtlichkeit dessen, dass beliebige iranische Regierung, ob eine reformistische oder eine klerikale, niemals auf das Recht Irans auf friedliche Nuklearprogramme verzichten würde.

    Wenn Pakistan die Möglichkeit hat, Nuklearprogramme zu besitzen, so gibt es auch keinen Grund dafür, dies Iran zu verweigern, meint Jewstafjew. Selbstverständlich unter der Voraussetzung, dass alle Bedingungen des Kernwaffensperrvertrages eingehalten und die Arbeiten im nuklearen Bereich unter strenger Kontrolle der IAEA erfolgen. Gerade im Kontext dieser Bedingungen setzt Russland die Bauarbeiten für das AKW in Bushehr fort.

    Auf die Einstellung des Westens auf die Verhandlungen mit Iran hat auch der stellvertretende Direktor des PIR-Zentrums Anton Chlopkow verwiesen. Er machte darauf aufmerksam, dass die Äußerungen der „Troika“-Vertreter und amerikanischer Politiker zu Iran heute weniger scharf sind, als vor ein paar Wochen, als Teheran die Wiederaufnahme der Arbeiten im Nuklearforschungszentrum Isfahan angekündigt hatte.

    Allerdings bekundet auch Iran, nach den jüngsten Äußerungen des neuen Präsidenten Mahmoud Ahmadinejad zu urteilen, die Bereitschaft zum Dialog. Aber niemand verspricht eine leichte Suche nach dem Kompromiss. Es gibt jedoch keinen anderen Weg - zu diesem Schluss sind die russischen Experten gelangt.

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