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    "Argumenty i Fakty": Kreml immer noch ratlos, an wen die Macht 2008 übergeben werden soll

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    MOSKAU, 11. August (RIA Nowosti). Eine dritte Amtszeit von Präsident Wladimir Putin und eventuelle Kandidaten für die Rolle seines Nachfolgers sind Fragen, die in den politischen Kreisen Russlands besonders aktiv diskutiert werden. Die Wochenzeitung "Argumenty i Fakty" bringt Meinungen einiger Experten und Politiker zu diesem Thema.

    Boris Makarenko, stellvertretender Generaldirektor des Zentrums für politische Technologien: Putin wird frühestens Ende 2006 seinen Wunschnachfolger wählen. Bis dahin werden jeden Monat neue Namen des "Auserwählten" genannt. Im Kreml liegt ein Dutzend Mappen mit verschiedenen Varianten der "Nachfolger"-Operation herum, keine davon ist aber als die endgültige gebilligt worden.

    Gleb Pawlowski, Chef des Fonds für effektive Politik: Das Problem des Nachfolgers ist nur für Karrierehengste interessant, die seine Macht aus Putins Händen zusammen mit dessen moralischer Autorität billig bekommen möchten. Etwas wie die Übergabe des Mandats von Jelzin an Putin 1999 wird es aber nicht mehr geben. Nach einer Faszination mit Jelzin kam eine Enttäuschung. Putin hat aber derartige Fehler nicht gemacht.

    Damit er nach 2008 an der Macht bleibt, wenn er das will, sind ernsthafte Veränderungen im Staat notwendig. Wahrscheinlich eine tiefgreifende Reform der Exekutivmacht - die Rolle des Regierungschefs soll verstärkt werden usw. 2006 soll sich ein zuverlässiges politisches Team um Putin bilden. Darin wird der Entwurf einer Staatsreform entstehen, falls dieser für notwendig befunden wird, über den bei einem Referendum abgestimmt wird. Da könnten bereits bestimmte Positionen für Putin entstehen.

    Putins Präsenz in der Macht nach 2008 braucht nicht Putin selbst, sondern die nächste Landesführung, um die Unterstützung der Anhänger Putins - rund 50 Millionen Menschen - beizubehalten.

    Der unabhängige Staatsduma-Abgeordnete Wladimir Ryschkow: Putin ist sich dessen bewusst, dass eine jede Form der Verlängerung seiner Macht 2008 eine Destabilisierung des Landes und eine Untergrabung seines internationalen Ansehens bedeuten würde. Er möchte aber nicht vorzeitig eine "lahme Ente" werden. Sobald Putin gespürt hat, dass die Situation außer Kontrolle geraten könnte, gab er das Signal: Beeilt euch nicht, mich abzuschreiben - vielleicht bleibe ich noch.

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