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    "Kommersant": Westliche Firmen zur Aufnahme der Produktion ihrer Arzneimittel in Russland bereit

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    MOSKAU, 11. August (RIA Nowosti). Mehr als die Hälfte der ausländischen Unternehmen, die Arzneimittel nach Russland liefern, wollen in nächster Zukunft ihre Produktionskapazitäten in diesem Land eröffnen. Das geht aus einer Studie von PricewaterhouseCoopers (PwC) und der internationalen Vereinigung der Pharma-Hersteller (AIPM) hervor. Wie die Tageszeitung "Kommersant" am Donnerstag berichtet, begründen die Marktteilnehmer das wachsende Interesse an der Aufnahme der Produktion in Russland mit Handlungen des Staates.

    Laut einer im 1. Halbjahr vorgenommenen PwC- und AIPM-Umfrage unter 23 ausländischen Unternehmen erwägen 33 Prozent die Möglichkeit eines Produktionsstarts in den nächsten zwei-drei Jahren und 19 Prozent im nächsten Jahrfünft.

    Acht Prozent der Befragten wären bereit, eine russische Pharma-Firma zu kaufen, 23 Prozent wären bereit, ihre eigene Produktion "vom Nullpunkt" aufzunehmen. Die anderen Befragten sind an der Gründung eines Joint Ventures mit russischen Herstellern bzw. daran interessiert, die Produktion eigener Arzneimittel bei örtlichen Produktionsstätten zu bestellen.

    Nach Ansicht der russischen Marktteilnehmer wurde das erhöhte Interesse des Westens von dem am 1. Januar 2005 gestarteten Föderationsprogramm der zusätzlichen Arzneimittelversorgung der Personen mit sozialen Vergünstigungen provoziert. Gemäß den Bedingungen dieses Programms werden nur 30 Prozent der Arzneimittel aus der für diese soziale Kategorie bestimmten Liste bei ausländischen Herstellern gekauft, der Rest wird von den örtlichen Pharma-Herstellern geliefert.

    Die von der Zeitung befragten Experten sind der Auffassung, dass die Hauptursache des gewachsenen Interesses für Russland in einem stabilen Marktwachstum um 15 Prozent im Jahr besteht. "Der russische Pharma-Markt ist in globaler Hinsicht einer der wenigen geblieben, der sich noch entwickeln kann", so Anton Artjomow, Generaldirektor der analytischen Gesellschaft Aston Consulting. "Westliche Investoren fühlen sich auch dadurch angezogen, dass der Markt zivilisierte Züge angenommen hat. Dementsprechend ist das Risiko ernsthafter finanzieller Verluste auf diesem Markt geringer geworden."

    "An einer Erweiterung der eigenen Geographie sind gerade die Hersteller preisgünstiger Analoga der patentierten Arzneimittel interessiert, die traditionsgemäß ihre Produktionsstätten in der jeweiligen Absatzregion unterbringen", äußerte Dawid Melik-Gussejnow, leitender Analytiker des Zentrums für Marketingforschungen "Farmexpert".

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