03:01 25 April 2017
Radio
    Politik

    "Nowyje Iswestija": Polizisten, Abgeordnete und Minister sind gefährlicher als Banditen

    Politik
    Zum Kurzlink
    0 1 0 0
    MOSKAU, 11. August (RIA Nowosti). Polizisten, Abgeordnete und Minister sind krimineller als Banditen und Terroristen. Dies ergab eine Umfrage des soziologischen Lewada-Zentrums, schreibt die "Nowyje Iswestija" am Donnerstag.

    Auf der Liste der "besonders kriminalisierten Berufe" landeten die eigentlichen Vertreter der kriminellen Welt - Banditen, Drogenhändler und Terroristen - mit 14 Prozent der Stimmen lediglich auf Platz drei. Vor ihnen rangierten Personen, deren Aufgabe darin besteht, die Bürger vor der Kriminalität zu schützen.

    An der Spitze der Liste liegen mit großem Abstand die Polizisten überhaupt und speziell die Verkehrspolizei. 38 Prozent der Befragten zählten sie zum besonders kriminalisierten Beruf.

    Auf Platz zwei kamen Staatsbeamte, zu denen die Befragten in erster Linie Minister und Abgeordnete zählten: Für 19 Prozent sind das Kriminelle.

    Den dritten Platz teilen Banditen und Vertreter der russischen Geschäftswelt unter sich, die ebenfalls 14 Prozent der Stimmen erhielten - gefolgt von Juristen, Richtern und Notaren mit sieben Prozent.

    Der Soziologe Juri Lewada, Leiter des Analytischen Zentrums, äußerte die Ansicht, dass das kriminelle Antlitz der Polizei, der Beamten und der Abgeordneten in erster Linie auf die Verschlossenheit der jetzigen Macht zurückzuführen ist. Die Menschen stellen sich schlecht vor, womit konkret sich die Beamten befassen, und sind nicht geneigt, etwaige Veränderungen mit der Tätigkeit der Beamten zu verbinden. In der Erinnerung bleiben nur zahlreiche Korruptionsskandale und Festnahmen korrupter Polizisten sowie Berichte über Bestechungen und teure Villen, die von Ministern gekauft werden.

    Die Angaben des Lewada-Zentrums bestätigten die Ergebnisse einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts ROMIR Monitoring. 61 Prozent der Befragten bewerteten die Arbeit der Staatsduma-Abgeordneten in diesem Jahr negativ. Nur 21 Prozent gaben ihrer Tätigkeit eine positive Bewertung.