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    Umfrage: Beilegung des Konflikts im Nordkaukaus - innere Angelegenheit Russlands

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    MOSKAU, 11. August (RIA Nowosti). Die meisten russischen Bürger (72 Prozent) meinen, dass die Beilegung des Konflikts im Nordkaukasus die innere Angelegenheit Russlands sei. Davon zeugen die Angaben einer Umfrage, die vom Gesamtrussischen Zentrum für Meinungsforschung (russ. Abk.: WZIOM) vorgenommen wurde.

    Entsprechend den Ergebnissen der Meinungsforschung treten russische Bürger für eine härtere Politik gegenüber dem Nordkaukasus ein.

    Für die Aufstellung einer starken Militärgruppierung in dieser Region äußerten sich 32 Prozent der Teilnehmer an der Befragung (38 Prozent im Südlichen Föderalen Bezirk, in dem sich Tschetschenien befindet).

    Jeder Vierte (23 Prozent) schlägt vor, in den unruhigen Republiken die direkte Präsidialverwaltung einzuführen.

    Seltener sprachen die Respondenten darüber, dass man die Situation durch eine größere sozialökonomische Hilfe für die Region (14 Prozent) oder eine aktivere Arbeit mit der dortigen Elite ändern kann (11 Prozent). Zugleich gibt es viele Teilnehmer an der Befragung, die den russischen Behörden vorschlagen, sich davon fernzuhalten: sich möglichst wenig in die Angelegenheiten der nordkaukasischen Republiken einzumischen, damit ihre Einwohner selbst die Probleme lösen (19 Prozent), oder jenen Republiken die Unabhängigkeit zu gewähren, die im Bestand Russlands nicht leben wollen (9 Prozent und im Südlichen Föderalen Bezirk 4 Prozent).

    Die Soziologen betonen, dass eine große Zahl der russischen Bürgern (44 Prozent) meint, dass sich die Situation im Nordkaukasus in letzter Zeit nicht ändert. Aber 14 Prozent der Befragten verweisen auf Änderungen zum Besseren und 34 Prozent zum Schlechteren. Dabei betonen vor allem Einwohner des Südlichen und des Zentralen Föderalen Bezirks (45 Prozent und 43 Prozent) eine Eskalation von Spannungen in dieser Region.

    Irgendeine Hauptursache der Verschlechterung der Situation im Nordkaukasus nennen russische Bürger nicht. Ihrer Meinung nach destabilisiert ein Komplex von Faktoren die Situation: religiöse Intoleranz, Einfluss des radikalen Islams (27 Prozent), Unwille einiger Völker des Nordkaukasus, im Bestand Russlands zu leben (26 Prozent; aber im Südlichen Föderalen Bezirk verweisen nur 17 Prozent auf diesen Faktor), negativer Einfluss westlicher Länder (26 Prozent in Russland, 36 Prozent im Zentralen Föderalen Bezirk), Armut der Bevölkerung und sozialökonomische Probleme (24 Prozent).

    Auf eine fehlerhafte Politik der föderalen Behörden und die Korrumpiertheit der örtlichen Machtelite verweisen 23 Prozent und 21 Prozent der Befragten. Seltener führen die Respondenten die Destabilisierung in der Region auf „Clanauseinandersetzungen“ in den nordkaukasischen Republiken zurück.

    Die Befragung wurde am 30.-31. Juli 2005 vorgenommen. Es wurden 1600 Personen in 153 Ortschaften in 46 Gebieten, Regionen und Republiken Russlands befragt. Der statistische Fehler beträgt höchstens 3,4 Prozent.