05:31 24 April 2017
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    Rechtsanwalt: Chodorkowski verkraftet die Verlegung in den allgemeinen Strafvollzug gelassen

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    MOSKAU, 11. August (RIA Nowosti). Michail Chodorkowski nahm die Verlegung in den allgemeinen Strafvollzug gelassen auf, sagte einer der Verteidiger des Ex-Yukos-Chefs, Juri Schmidt.

    „Als wir, die Anwälte, von der Verlegung in eine andere Zelle erfuhren, waren wir sehr deprimiert. Ich dachte, ich würde auf Chodorkowski in einer ebenso düsteren Stimmung stoßen, doch nichts dergleichen“, sagte Schmidt am Donnerstag in einer Direktsendung der Radiostation „Echo Moskaus“.

    Schmidt zufolge sagte ihm Michail Chodorkowski, er erhebe keinerlei Anspruch auf eine Haftvergünstigung.

    „Wir hörten von ihm weder Stoßseufzer noch Beschwerden“, unterstrich der Verteidiger.

    Am Dienstag hatte die Pressestelle Chodorkowskis mitgeteilt, der Ex-Yukos-Chef sei in eine Zelle mit elf Insassen verlegt worden. Er bekomme dort keine Zeitungen und habe kein Fernsehen.

    Der Direktor des Föderalen Dienstes für Strafvollzug, Juri Kalinin, gab bekannt, dass Reparaturarbeiten der Grund für die Verlegung Michail Chodorkowskis aus einer Drei-Mann-Zelle in eine Zelle mit elf Insassen gewesen seien.

    Kalinin versicherte, dass Michail Chodorkowski auch in der neuen Zelle Zeitungen bekommen und Fernsehen kann.

    Schmidt berichtete ferner, dass Michail Chodorkowski sich noch nicht endgültig entschieden habe, ob er für die Nachwahlen für die Staatsduma kandidieren soll.

    Die Zentrale Wahlkommission Russlands hatte eine mögliche Kandidatur Michail Chodorkowskis bei den Nachwahlen im Moskauer Wahlkreis Universität nicht von vornherein ausgeschlossen.

    Der Vertreter der Zentralen Wahlkommission hatte daran erinnert, dass ein Bürger nur dann bei der Wahrnehmung seiner Rechte eingeschränkt wird, wenn er für nicht handlungsfähig befunden wurde oder sich auf Gerichtsentscheid im Strafvollzug befindet. Nach seinen Informationen, so sagte er, habe das Urteil gegen Michail Chodorkowski bisher noch keine Rechtskraft.

    Michail Chodorkowski und der frühere Chef der Investmentgesellschaft Menatep, Platon Lebedjew, sind im Mai 2005 vom Meschtschanski-Gericht zu jeweils neun Jahren Freiheitsstrafe verurteilt worden. Sie waren des Betrugs, der Nichtbefolgung rechtskräftiger richterlicher Anordnungen und der Steuerhinterziehung als natürliche und juristische Personen schuldig befunden worden.

    Das Gerichtsurteil erlangte jedoch noch keine Rechtskraft, da die Rechtsanwälte in der nächst höheren Instanz, beim Moskauer Stadtgericht, Beschwerde eingelegt haben.