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    "Nowyje Iswestija": Anstieg der Ölpreise verursacht neue Probleme für Russland

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    MOSKAU, 12. August (RIA Nowosti). Der neueste Sprung der Öl-Weltpreise wird sich auch auf Russland auswirken. Nach Ansicht von Experten ist davon nichts Gutes zu erwarten, weil das teuere Erdöl dem Land Stimuli für eine Umstrukturierung der Wirtschaft wegnimmt, schreibt die Tageszeitung "Nowyje Iswestija" am Freitag.

    Bei einem hohen Erlös aus dem Ölverkauf weist Russlands Wirtschaft praktisch kein Wachstum auf, stellt Jewgeni Gawrilenkow, Direktor des Instituts für makroökonomische Studien und Prognostizierung, fest. Die Ursache besteht darin, dass ein wesentlicher Teil der Exporteinnahmen an den Stabilisierungsfonds überwiesen wird. "Steigt der Barrelpreis auf mehr als 25 Dollar, gehen 90 Prozent des Erlöses an den Staat", so der Experte. Dabei hat der Stabilisierungsfonds mit der wirtschaftlichen Entwicklung des Landes nichts zu tun.

    Nach Ansicht von Konstantin Guljajew, ist die Auswirkung der Rekordpreise für Erdöl auf den russischen Effektenmarkt dennoch positiv. "Die Aktien der Ölgesellschaften steigen und werden immer attraktiver", meint er. Außerdem wachse auch das Kreditrating Russlands. Damit bieten sich mehr Möglichkeiten, die staatlichen Außenschulden zu begleichen. Das teuere Erdöl nimmt aber dem Land Stimuli für Strukturreformen. Außerdem ziehen die hohen Ölpreise eine Verteuerung von Ölprodukten auf dem russischen Markt nach sich.

    Nach Angaben der Zollstatistik exportierten die Ölgesellschaften im 1. Halbjahr 2005 um neun Prozent mehr Benzin und um 31,4 Prozent mehr Heizöl als im Vorjahr. Dies ist damit zu erklären, dass die Preise auf dem Außenmarkt immer noch höher sind als auf dem Binnenmarkt.

    Indessen stellte Konstantin Pulikowski, der bevollmächtigte Präsidentenbeauftragte im Föderationsbezirk Fernost, fest, es gebe keine Mittel für die Anschaffung von Winterreserven der immer teuer werdenden Treib- und Heizstoffe. Die Kohlereserven der Betriebe der Kommunalwirtschaft machen nur 47 Prozent vom Plan aus, beim Heizöl sind es 53 Prozent vom Plan. Das Geld, das im Haushalt 2005 für den Einkauf von Heizstoff für den Fernen Osten vorgesehen ist, reicht nicht aus. Die Hauptursache liegt in den wachsenden Heizölpreisen.