03:03 25 April 2017
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    “Kommersant“: Moskauer Behörden kämpfen gegen „orange Stimmungen“ unter Jugendlichen

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    MOSKAU, 15. August (RIA Nowosti). Der Moskauer Oberbürgermeister Juri Luschkow hat beschlossen, ein Jugendfernsehen mit einer harten ideologischen Komponente zu starten, berichtet die Tageszeitung „Kommersant“ am Montag. Das neue Fernsehprojekt wird ein Teil der großen propagandistischen Arbeit mit Jugendlichen sein, deren Ziel darin besteht, „orange Stimmungen“ unter den Jugendlichen zu unterbinden.

    Der spezialisierte Fernsehsender ist nur ein Teil der groß angelegten „Jugendkampagne“ des Moskauer Stadtvaters. Offiziell wurde sie Ende Juli gestartet, als der Moskauer Oberbürgermeister einen Beschluss über die Gründung der Jugendbewegung „Graschdanskaja Smena“ („Bürgernachwuchs“) in der Stadt unterzeichnete und für deren Finanzierung aus dem Stadtetat in Höhe von drei Millionen Rubel (ein US-Dollar = 28,31 Rubel) bereitstellte.

    Für die materiell-technische Abdeckung des Projekts sollen mehr als 130 Millionen Rubel aus der Stadtkasse bereitgestellt werden. Das Stadtkomitee für Fernsehkommunikationen und Massenmedien wird mehr als 60,5 Millionen Rubel bekommen. Wie aus der Moskauer Stadtverwaltung verlautete, handle es sich dabei nicht um den Etat neuer Medien, sondern ums Geld für die Entwicklung von Projekten.

    Experten des Medienmarktes bewerteten Perspektiven dieses Formats nicht gerade hoch. Heute zieht es die Jugend vor, nicht fernzusehen, sondern sich aktiv zu unterhalten.

    Äußerst gering wird die Projektkonzeption auch im Kreml geschätzt. Dort wird die Meinung vertreten, dass man sich in Moskau „mit einer furchtbaren Verspätung“ zur Bekämpfung der „orange Stimmungen“ entschlossen hat. „All diese endlosen von der Macht unterbreiteten Jugendinitiativen kann man nicht anders denn als eine Hysterie bewerten“, stellte Ilja Jaschin, Chef der Jugendorganisation der Partei „Jabloko“ fest. „Die Gründung immer neuer Jugendbewegungen, neuer Zeitungen und Fernsehsender wird nicht mehr zur Mode, sondern zur Hauptform der Tätigkeit der Macht.“

    Das Moskauer Jugendfernsehen soll Anfang Januar 2006 seine Sendungen aufnehmen.