13:37 17 August 2017
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    “Iswestija“: Russen gegen Eindringen chinesischer Waren und Chinesen

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    MOSKAU, 16. August (RIA Nowosti). Mehr als die Hälfte der russischen Bürger sehen in China zwar einen politischen Verbündeten und Wirtschaftspartner. Sobald es aber um konkrete Formen dieser Partnerschaft geht, ändert sich die Meinung der Russen radikal. Davon zeugt eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts WZIOM, deren Ergebnisse am Dienstag in der „Iswestija“ veröffentlicht werden.

    Nur acht Prozent der Befragten sehen in den bilateralen Wirtschaftsbeziehungen mehr Vorteile für Russland, mehr als die Hälfte meinen zugleich, dass eher der „Partner“ im Vorteil ist.

    Die Meinung, dass die VR China am stärksten bei der auf höchster Ebene deklarierten Freundschaft „absahnt“, ist im Föderationsbezirk Fernost mit 75 Prozent besonders stark vertreten.

    Eine Bedrohung für Russland sehen 66 Prozent in der Beteiligung chinesischer Firmen und sogar einfacher Arbeitnehmer an der Erschließung der Naturreichtümer Sibiriens und des Fernen Ostens. 71 Prozent der Befragten bewerten die Tatsache negativ, dass es rundherum immer mehr Chinesen gibt. Mit der Präsenz von „Made in China“-Waren in den Geschäften sind 62 Prozent unzufrieden. 61 Prozent der russischen Bevölkerung plädieren für eine Einschränkung des Imports chinesischer Konsumgüter. In den Regionen, wo solche Erzeugnisse angesichts der geographischen Nähe des Herstellers (Sibirien und Fernost) besonders stark präsent sind, gibt es auch mehr Befürworter einer Einschränkung als im Lande insgesamt (43 Prozent gegen 35 Prozent). Die Umfrage wurde in 46 Regionen des Landes vorgenommen.

    Trotz des derart hohen Stands der negativen Emotionen meinen die Soziologen, diese Daten sollten nicht als ausgesprochen negativ ausgelegt werden, schreibt die „Iswestija“.

    Michail Tarussin, Leiter der Abteilung für soziologische Studien des Instituts für Gesellschaftsprojekte: „Zweifellos ist dies ein Teil der heutigen öffentlichen Meinung in Russland, ich würde aber diese Daten zu den Alltagsängsten zählen, die den Menschen das ganze Leben begleiten wie etwa die Angst, die Angehörigen zu verlieren oder von einem Straßenräuber überfallen zu werden.“ Die Menschen haben Angst vor solchen Dingen, was aber keinesfalls bedeutet, dass dies mit ihnen unbedingt geschehen wird, so der Experte.

    „Chinesen gibt es in der Tat sehr viele, und in wirtschaftlicher Hinsicht sind sie viel erfolgreicher als die Russen, was allerdings noch keinesfalls bedeutet, dass sie uns erobern wollen“, behauptet Tarussin.

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