02:56 24 November 2017
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    Experte: Zunehmende Bedeutung der internationalen Vermittler im Nahost

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    MOSKAU, 16. August (RIA Nowosti). Die Bedeutung der internationalen Vermittler im Nahost nimmt heute wesentlich zu. Das erklärte Wladimir Achmedow, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Instituts für Orientalistik der Russischen Akademie der Wissenschaften, in einem RIA-Nowosti-Interview im Zusammenhang mit der Realisierung des Plans zum Abzug der israelischen Ansiedlungen aus dem Gaza-Streifen und vom nördlichen Teil des Westjordanlandes.

    Ihm zufolge müssen die Teilnehmer am "Vermittlerquartett" - Russland, USA, EU und UNO - gemeinsam die Situation und die Einhaltung der Bedingungen der Sicherheit des Abgrenzungsprozesses überwachen. "Wichtig ist es, die Situation zu kontrollieren, damit der Prozess nicht den Charakter von einseitigen Handlungen annimmt und die empfindlichen Anfänge der Bewegung zum Frieden im Nahost nicht vernichtet werden", meint Achmedow.

    Ihm zufolge sei der Beginn des Prozesses des Abzuges der israelischen Ansiedlungen eine große Prüfung sowohl für die israelische als auch für die palästinensische Seite.

    "Obwohl die Spitzenvertreter der HAMAS-Bewegung über ihre Treue zu erzielten Vereinbarungen über den Gewaltverzicht sprechen, erklären sie zugleich, dass sie nicht die Absicht haben, die Waffen niederzulegen. Wenn Israel von ihrem Standpunkt die eingegangenen Verpflichtungen nicht erfüllen wird, so werden sie erneut zu Waffen greifen. Hier ist es sehr wichtig, wie die palästinensische Seite nach dem Abzug der israelischen Ansiedlungen aus dem Gaza-Streifen die Sicherheit gewährleisten kann", sagte der Experte.

    Anderenfalls kann Israel wiederum Truppen in die geräumten Territorien einführen und somit den einseitigen Prozess der Abgrenzung zunichte machen. Obendrein wurde der Bau einer Trennmauer, israelischer Ansiedlungen im Raum Ostjerusalems und zum Teil im Westjordanland nicht von der Tagesordnung gestrichen.

    Am Vortag begannen israelische Behörden offiziell mit der Realisierung des Plans zur Evakuierung von etwa 9000 Ansiedlern aus 21 Ortschaften im Gaza-Streifen und aus vier Ansiedlungen im Norden des Westjordanlandes.