19:05 25 September 2017
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    Lech Walesa: Moskau und Warschau sollten kleinliche Fehden beenden

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    WARSCHAU, 29. August (RIA Nowosti). Der Ex-Präsident Polens und Friedensnobelpreisträger Lech Walesa meint, Polen und Russland sollten die Streits und das Gezänk in Bagatellfragen einstellen. Das erklärte er in Warschau in einem Interview für RIA Nowosti.

    Den gegenwärtigen Zustand der polnisch-russischen Beziehungen kommentierend, räumte Walesa ein, dass "es sehr viele Probleme gibt". Er meint, dass das in erster Linie Probleme sind, welche aus einer grundlegenden Reorganisation erwachsen und dem Landesmaßstab proportional sind. "Die Polen sind entrüstet und verlieren die Fassung, weil die Transformationen außerordentlich teuer zu stehen kamen. Wir suchen Schuldige und Erklärungen. In Russland sind die Probleme noch schwerwiegender. Und Sie suchen ebenfalls Sündenböcke", sagte Walesa.

    Allmählich werden die Probleme in Polen und Russland abklingen, denkt das frühere polnische Staatsoberhaupt. "Ich bin überzeugt, bald werden uns mehr Geschäfte und die Kultur interessieren. Die strittigen Fragen werden in den Hintergrund treten", so Walesa.

    Die gegenwärtigen Schwierigkeiten in den Beziehungen zwischen Warschau und Moskau führt der polnische Ex-Präsident weitestgehend auf die Parlamentswahlen in Polen zurück, die im Herbst stattfinden.

    "In unserer Zeit ist es nicht sehr einfach, Politiker zu sein. Auf Polen trifft das besonders zu, denn von den polnischen Politikern hängt nicht sehr viel ab. Einst hing sehr viel von der Sowjetunion ab, heute von Brüssel. Darum jagen die Politiker Skandalen hinterher und wühlen in alten Akten, und auch das Thema Russland ist für sie sehr heiß", sagte Walesa.

    "In Polen finden bald Parlamentswahlen statt. Viele Abgeordnete haben ein Kardinalproblem: wie können sie sich im Parlament halten. Wissen sie, die Abgeordneten sind momentan zu allem bereit, selbst zu einer Kriegserklärung, wenn sie damit ihren Sitz im Sejm halten können", erklärte Walesa scherzend.

    Auf die Frage, wie die polnisch-russischen Beziehungen in Ordnung gebracht werden können, sagte Walesa, "wir müssen aufhören, uns wegen Kleinigkeiten zu streiten".

    Lech Walesa war in den Jahren 1990 - 1995 Präsident Polens.

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