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    "Kommersant": Russland zur Begleichung aller Schulden bereit

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    MOSKAU, 29. August (RIA Nowosti). Russlands Finanzminister Alexej Kudrin hat die Initiative unterbreitet, bis zum Jahresende die Schulden der Ex-UdSSR vorfristig zu begleichen. Man müsse nur noch die Gläubiger überreden, dieses Geld anzunehmen, schreibt die Tageszeitung "Kommersant" am Montag.

    Die jüngste vorfristige Tranche an den Pariser Klub (insgesamt wurden 15 Milliarden Dollar zurückgezahlt, weitere sechs Milliarden Dollar sollen überwiesen werden) fand erst vor einer Woche statt. Das neueste Angebot ist in erster Linie an den Londoner Klub der Gläubigerbanken gerichtet. Kudrin versprach, der Umfang der Verschuldung bis zum Jahresende endgültig zu klären.

    Nach dem Stand vom 1. Juli 2005 beliefen sich die gesamten Außenschulden Russlands auf 107,6 Milliarden US-Dollar. Die Bedienung solcher Schulden kommt recht teuer zu stehen: Gemäß dem Haushaltsgesetz 2005 sollten 244,150 Milliarden Rubel (8,5 Milliarden Dollar) für die Tilgung der Zinssätze bereitgestellt werden.

    Gemäß einer Umschuldungsvereinbarung mit dem Londoner Klub von 2000, die der damalige Premier Michail Kasjanow durchsetzen konnte, wurden der Hauptteil der Verschuldung in Höhe von 25 Milliarden Dollar um 36,5 Prozent und die Zinsen um 6,8 Milliarden Dollar verringert. Die Rückzahlung der restlichen 20,4 Milliarden Dollar wurde auf 30 Jahre gestreckt. In den ersten sieben Jahren, die 2006 zu Ende gehen, erklärte sich Russland bereit, 2,26 Prozent (gemäß den vorherigen Vereinbarungen waren es 7,5 Prozent) Jahreszinsen zu zahlen. Ab 2007 wird Russland fünf Prozent Jahreszinsen zahlen. Damit würde Russland bis 2030 nicht 25, sondern 40 Milliarden Dollar an die westlichen Banken zurückzahlen müssen.

    Die Situation ist günstig, um die Londoner Schulden möglichst schnell loszuwerden und dabei an der Zinszahlung zu sparen. Die Öldollars gibt es so viel, dass das Finanzministerium nicht weiß, was damit gemacht werden muss: Eine zusätzliche Geldspritze in die Wirtschaft könnte lediglich ein stärkeres Inflationswachstum hervorrufen. Die Größe des Stabilisierungsfonds, der die heißen Öldollars zu sterilisieren hat, wird laut Prognosen des Finanzministeriums bis Ende 2005 bei 50 Milliarden Dollar und bis Ende 2006 bei 80 Milliarden Dollar liegen.

    Inoffiziell erklärte ein Sprecher des Finanzministeriums gegenüber der Zeitung: "Wir können das Geld schon zahlen, es kommt nur auf eine Vereinbarung an, die Gläubiger brennen aber nicht darauf, dieses Geld zurückzubekommen, weil sie damit günstige Zinssätze von einem erstklassigen Kreditnehmer verlieren würden."

    Insgesamt ist die Situation die gleiche, in die Kudrin Anfang 2005 im Vorfeld der Verhandlungen mit dem Pariser Klub der Gläubigerländer geriet. Damals forderten die Gläubiger ebenfalls einen Zuschlag für die vorfristige Schuldentilgung, stellt die Zeitung fest.