23:37 23 September 2017
SNA Radio
    Politik

    "Wremja Nowostej": Russland hilft Schröder mit Vertrag über Nordeuropäische Gaspipeline

    Politik
    Zum Kurzlink
    0 3 0 0
    MOSKAU, 29. August (RIA Nowosti). Der zentrale Termin des Gipfels am 8. September in Berlin wird die Unterzeichnung eines Vertrags über den Bau einer Nordeuropäischen Gaspipeline sein, die als ein Versuch Wladimir Putins ausgelegt werden könnte, seinem "Freund Gerhard" (Bundeskanzler Gerhard Schröder) zehn Tage vor den Bundestagswahlen zu helfen, schreibt die "Wremja Nowostej" am Montag.

    Ursprünglich sollte das Dokument Mitte Oktober in Moskau unterzeichnet werden. Die innerdeutsche Politik korrigierte aber diese Pläne. Denn gerade Wladimir Putin und Gerhard Schröder waren die Hauptinitiatoren und internationalen Lobbyisten dieses Projekts gewesen. Deshalb ist es logisch, dass der Vertrag in ihrer Anwesenheit vor den Bundestagswahlen am 18. September unterzeichnet wird, bei denen Schröder den Posten des Bundeskanzlers einbüßen könnte.

    Die Gaspipeline, die auf dem Meeresgrund verlegt werden soll, wird vom russischen Konzern Gasprom sowie von den Deutschen Unternehmen E.ON Ruhrgas und Wintershall gemeinsam gebaut. Die Lieferungen aus Russland in Richtung Westen sollen nach 2010 aufgenommen werden. Der russische Konzern wird dabei das Kontrollaktienpaket von 51 Prozent behalten, während die deutschen Konzerne den Rest zu gleichen Anteilen von jeweils 24,5 Prozent unter sich teilen sollen. Allerdings scheint der Verhandlungsprozess noch nicht abgeschlossen zu sein.

    Die Nordeuropäische Gaspipeline wird von Sankt Petersburg bis nach Greifswald an der Ostseeküste verlegt. Die Länge des Untersee-Abschnitts beträgt 1200 Kilometer, weitere rund 1000 Kilometer sollen auf dem Festland in Russland verlegt werden. Die geplante Jahresleistung der Pipeline soll 55 Milliarden Kubikmeter (bei einer Doppelstrang-Ausführung) betragen. Die Gesamtarbeit soll maximal 5,7 Milliarden Dollar kosten.

    Angesichts der gigantischen Ausmaße des geplanten Projekts halten es Experten in Deutschland für möglich, dass die Zahl der Partner bei der Realisierung weiter wachsen könnte. In diesem Zusammenhang werden Shell, BP und die finnische Gesellschaft Fortum am häufigsten erwähnt, schreibt die "Wremja nowostej".

    Das Projekt der Nordeuropäischen Pipeline wird nicht nur in den Geschäftskreisen und in den regierenden politischen Kreisen Deutschlands, sondern auch von der christdemokratischen Opposition unterstützt. Zugleich schauen die Länder, für die diese Gaspipeline einen Konkurrenten darstellen wird - Polen und die Ukraine - den Fortschritten bei der Realisierung des Pipeline-Projekts missbilligend zu.