10:34 24 September 2017
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    "Iswestija": Drei Viertel der Russen haben Angst vor Ordnungswächtern

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    MOSKAU, 29. August (RIA Nowosti). 75 Prozent der Russinnen und Russen haben heute Angst vor der Polizei, schreibt die Tageszeitung "Iswestija" am Montag unter Berufung auf die jüngste Umfrage des Meinungsforschungsinstituts "Lewada-Zentrum".

    Seit dem Mai ist die Anzahl jener, die Angst haben, Opfer von Willkür und Gesetzlosigkeit der Ordnungshüter zu werden, um fünf Prozent angestiegen.

    In Erwiderung darauf verweist die Polizei auf eine Studie des Meinungsforschungsinstituts "Obstschestwennoje Mnenije" (Öffentliche Meinung, russische Abkürzung: FOM), derzufolge "nur" 41 Prozent der Bürger eine Gewaltanwendung seitens der Ordnungshüter befürchten. Zugleich räumen die FOM-Soziologen, die als Kreml-treu gelten, ein: "Angst vor der Polizei empfinden mehr als die Hälfte der Einwohner Moskaus und der anderen Großstädte mit mehr als einer Million Einwohner." Rund 60 Prozent der Befragten bewerten eine massive Gewaltanwendung seitens der Polizei als eine verbreitete Praxis.

    Für die Polizei setzte sich auch das vom Staat kontrollierte Meinungsforschungsinstitut WZIOM ein. "Eine gewisse negative Einstellung gegenüber den bewaffneten Strukturen, gibt es zwar natürlich, unsere Umfragen zeigen allerdings, dass sich die Bürger im Falle einer Bedrohung für ihr Leben in erster Linie an die Polizei wenden", erklärte der PR-Direktor von WZIOM, Dmitri Polikanow.

    Eine solche Argumentation zugunsten der Ordnungshüter ärgert sogar die Politologen, die die Macht unterstützen, schreibt die "Iswestija": "Was für einen tiefen Stand muss die Situation erreicht haben, wenn der Präsident in seiner Jahresbotschaft an die Föderative Versammlung darauf hinweisen musste, dass die Menschen auf eine andere Straßenseite gehen, sobald sie einen Polizisten sehen", stellt Michail Rogoschnikow, Vizedirektor des Instituts für Gesellschaftliche Projekte, fest.

    Die Polizeiwillkür ist heute derart stark entwickelt, dass sie die Grundfesten der Gesellschaft bedroht und die nationale Sicherheit gefährdet, so Rogoschnikow. Dabei wurden nach der Erklärung des Präsidenten keine bemerkenswerten Beschlüsse gefasst, um in den Reihen der Polizisten Ordnung zu schaffen, fügt er hinzu.

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