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    Zentralbank-Vizechef: Russland braucht keine Expansion Chinas zu befürchten

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    MOSKAU, 29. August (RIA Nowosti). Russland braucht keine Expansion Chinas auf seinem Markt zu befürchten. Diese Auffassung vertrat der stellvertretende Vorsitzende der Zentralbank Viktor Melnikow am Montag am Rande des 3. Russisch-Chinesischen Finanz- und Bankforums, das in Moskau läuft.

    "Wenn wir offen sein wollen, so wäre es unzweckmäßig, die Expansion Chinas unberücksichtigt zu lassen", sagte Melnikow. Er bemerkte, dass weder die USA noch die Länder Europas Angst vor der verstärkten Aktivität Chinas auf dem Weltmarkt hätten.

    Der stellvertretende Bankchef bemerkte ferner, dass gerade China heute das Tempo der Entwicklung der Weltwirtschaft bestimmt. "Im vergangenen Jahr entfielen 24 Prozent des Zuwachses des Welt-BIP auf die VR China und nur 18 Prozent auf die USA", bemerkte Melnikow.

    Ihm zufolge wird es auf dem russischen Markt keine Expansion Chinas geben, denn in Russland seien im gleichen Maße auch Investitionen anderer Länder vertreten. "Jedes Land ist daran interessiert, dass es auf seinem Markt eine Konkurrenz fremden Kapitals gibt", sagte der Banker.

    Er bewertet auch die Tatsache, dass China den russischen Rubel in seinen Devisenkorb aufgenommen hat, als positiv. "Insofern wie wir uns am Handel mit China beteiligen, wird auch der russische Rubel die Währungspolitik der VR China beeinflussen", sagte Melnikow.

    Auf die Beziehungen zwischen russischen und chinesischen Banken eingehend, bemerkte der stellvertretende Zentralbank-Chef, noch im Jahre 2000 habe es überhaupt keine solchen Beziehungen gegeben. Ihm zufolge wurde der russisch-chinesische Warenhandel damals über Banken dritter Länder bewerkstelligt.

    "Jetzt wird ein bedeutender Teil des Warenhandels von Banken unserer beiden Länder bedient. Die Kreditlinie der chinesischen Banken für die russischen Banken liegt bei mehr als 900 Millionen US-Dollar", bemerke Melnikow.

    Laut dem Banker werden chinesische Investitionen für verschiedene Sphären der russischen Wirtschaft, darunter auch für die Energiewirtschaft und das Bauwesen, verwendet. Melnikow erinnerte daran, dass beim jüngsten russisch-chinesischen Forum in Sankt Petersburg Verträge und Abkommen im Gesamtwert von mehr als 1,5 Milliarden US-Dollar unterzeichnet wurden. Die Seiten einigten sich unter anderem darüber, in der Nähe der nördlichen Hauptstadt eine Satellitenstadt zu errichten und gemeinsam mit der chinesischen Seite weitere Energiekapazitäten der Russischen Aktiengesellschaft "EES Rossii" zu schaffen.