23:53 23 September 2017
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    Ex-Chef des Atomministeriums der Russischen Föderation Jewgeni Adamow willigte in vereinfachte Auslieferung an Russland ein

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    GENF, 29. August (RIA Nowosti). Der Ex-Chef des Atomministeriums der Russischen Föderation Jewgeni Adamow willigte in die vereinfachte Auslieferung an Russland ein, teilte Folco Galli, Sprecher des Schweizerischen Bundesamtes für Justiz, am Montag mit. „Außerdem erklärte Adamow, dass er damit einverstanden ist, dass ihn russische Behörden auch für jene Delikte verfolgen, die ihm von amerikanischen Behörden zur Last gelegt werden“, sagte Galli. Adamow bleibt aber trotzdem im schweizerischen Gefängnis, weil das Schweizerische Bundesamt für Justiz immer noch den amerikanischen Antrag auf seine Auslieferung behandelt.

    Das Bundesamt für Justiz richtete seinerseits an die US-Behörden die Anfrage, ob sie bereit seien, ihren Antrag auf Adamows Auslieferung zurückzuziehen und diesen Fall Russland zur Behandlung abzugeben.

    Laut Galli seien derzeit zwei Varianten möglich. Wenn die USA ihren Auslieferungsantrag zurückziehen und diese Strafsache an Russland abgeben, so werde das Bundesamt für Justiz am wahrscheinlichsten die Entscheidung über die Auslieferung von Adamow an Russland treffen.

    Wenn die USA ihren Antrag nicht zurückziehen, so werde das Auslieferungsverfahren in Bezug auf Adamow fortgesetzt werden. Die Entscheidung über die Auslieferung des Ex-Ministers werde das Bundesamt für Justiz treffen, das festzustellen haben wird, wessen Auslieferungsantrag vorrangig sei - der russische oder der amerikanische.

    Für das Bundesamt gäbe es keine zeitlichen Einschränkungen für eine solche Beschlussfassung. Außerdem seien Adamows Verteidiger berechtigt, Berufung gegen den Beschluss des Bundesamtes, wie dieser auch ausfallen mag, im Schweizerischen Bundesgericht in Lausanne einzulegen.

    Die USA haben am 24. Juni dieses Jahres an die Schweiz einen offiziellen Antrag auf Auslieferung Adamows gestellt. Die amerikanischen Behörden beschuldigen Adamow und seinen Partner Mark Kaushansky, Bürger der USA, der Aneignung von neun Millionen US-Dollar, die von der US-Regierung Russland für Projekte zur nuklearen Sicherheit bereit gestellt worden waren.

    Russland stellte bereits am 17. Mai an die Schweiz den Antrag auf Adamows Auslieferung. Als Grundlage für den Antrag diente der am 14. Mai von Basmanny-Gericht von Moskau ausgestellte Haftbefehl. Die Staatsanwaltschaft der Russischen Föderation hatte zuvor ein Verfahren gegen Adamow unter Anklage des Betrugs und der Überschreitung der Dienstbefugnisse eingeleitet.

    Adamow, der in den Jahren 1998-2001 das Atomministerium der Russischen Föderation geleitet hatte, lehnte bisher die vereinfachte Auslieferung sowohl an die USA als auch an Russland ab und wies alle gegen ihn erhobenen Beschuldigungen zurück.

    Adamow war am 2. Mai dieses Jahres in Bern auf Antrag des US-Justizministeriums verhaftet worden.