21:29 14 August 2018
SNA Radio
    Politik

    “Kommersant“: Moskau verstärkt seinen Einfluss in Kirgisien

    Politik
    Zum Kurzlink
    0 0 0
    MOSKAU, 5. September (RIA Nowosti). In Moskau befürchtet man, Bischkek werde seine prorussische Orientierung zu Gunsten einer engeren Annäherung an den Westen überprüfen. Für die Erhaltung des Status quo wurde ein Sonderplan von Maßnahmen zur Verstärkung des russischen Einflusses in Kirgisien ausgearbeitet, informiert die Zeitung „Kommersant“.

    Die russische Führung ist über proamerikanische Stimmungen einer Reihe von hochrangigen kirgisischen Politikern beunruhigt. Der übermäßigen Sympathien für Washington werden unter anderem der Vizepremier für Wirtschaftsfragen, Danijar Usenow, und die Außenministerin, Rosa Otunbajewa, verdächtigt. Aber eine besondere Unzufriedenheit löst der kirgisische Verteidigungsminister, Ismail Issakow, aus, der nach Meinung Moskaus unter fadenscheinigen Vorwänden dem Funktionieren des russischen Luftstützpunktes in Kant ständig Hindernisse in den Weg legt sowie den Prozess der militärtechnischen Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern hemmt.

    Unlängst hat die Kontrollverwaltung der Administration des Präsidenten gemeinsam mit der Regierung der Russischen Föderation einen komplexen Plan von Maßnahmen zur Verstärkung des russischen Einflusses in Kirgisien in den Jahren 2005-2007 ausgearbeitet. Unter anderem ist der allmähliche Übergang des gesamten kirgisischen Energiekomplexes in die Hände russischer Korporationen vorgesehen. Wahrscheinlich wird sich Gasprom mit der Erkundung und Erschließung von Gasvorkommen, der Modernisierung und Errichtung neuer Gastransportkapazitäten beschäftigen. Die RAO „EES Rossii“ soll die Wasserkraftwerke Kambaratinsk 1 und 2 zu bauen. Darin kann ihr „Russisches Aluminium“ helfen, das an der Energieversorgung eines großen Aluminiumwerkes interessiert ist, welches das Unternehmen in Kirgisien bauen will.

    Neben der Wirtschaftsexpansion sieht der Plan die Erweiterung und Festigung des russischen Luftstützpunktes in Kant, die Bereitstellung von Finanzmitteln zur Modernisierung der Luftverteidigung Kirgisiens, die Vorzugslieferung von russischen Waffen sowie die Finanzierung eines stärkeren Einflusses der russischen Sprache sowie die Gründung einer slawischen Universität in der Republik vor.

    Als Gegenleistung ist Moskau bereit, Bischkek 50 Prozent seiner Schulden (187,5 Millionen US-Dollar) zu erlassen und ein vereinfachtes Verfahren für Arbeitsvermittlung und Aufenthalt kirgisischer Gastarbeiter in Russland einzuführen, deren Zahl in der Russischen Föderation allein nach offiziellen Angaben über 300 000 ausmacht.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren