11:31 21 April 2018
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    “Wedomosti“: „Mütter Beslans“ berichteten dem Präsidenten die Wahrheit über den Terrorakt

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    MOSKAU, 5. September (RIA Nowosti). Verwandte der Opfer in Beslan (Nordossetien) wurden die ersten, die ein Jahr später dem Präsidenten die Augen über einige tragische Einzelheiten der Geiselnahme geöffnet haben, schreibt die Zeitung „Wedomosti“.

    Nach den Ergebnissen eines Gesprächs mit Verwandten der Opfer des Terroraktes in der Beslaner Schule stellte sich heraus, dass seine Einzelheiten für den Präsidenten der Russischen Föderation zu einer Offenbarung wurden. Putin gab zu, dass er keine volle Information darüber habe, was in der Schule passiert war, berichtete Susanna Dudijewa, Vorsitzende des Komitees „Mütter Beslans“

    „Dass man ihn desinformiert hat, wird der Präsident nicht unbeachtet lassen“, ist sich ein Sprecher der Administration des Präsidenten sicher. „Es fragt sich, wer und was konkret dem Präsidenten berichtet hat.“

    Allerdings beschränkte sich der Präsident auf die Entscheidung, hochrangige Staatsanwälte nach Beslan zu schicken, ohne sich mit Entlassungen zu beeilen. Und er erläuterte, dies könne dem System der Sicherheitsstrukturen schaden.

    „Wir baten ihn, die Schuldigen zu finden. Aber der Präsident antwortete weise darauf. Man dürfe in den Sicherheitsstrukturen ‚keine Köpfe rollen lassen’, ohne alles geklärt zu haben. Das sei ein direkter Weg zum Zerfall des gesamten Systems“, berichtete Nordossetiens Regionschef Taimuras Mamsurow, der sich am Treffen beteiligte.

    Zur einzigen konkreten Entscheidung Putins als Antwort auf die Beschwerden der Verwandten wurde auf einer Beratung mit den Mitgliedern des Sicherheitsrates am Sonnabend der Auftrag, Vertreter des zentralen Apparats der Generalstaatsanwaltschaft für die zusätzliche Überprüfung der Information über den Terrorakt nach Beslan zu schicken. Einem ehemaligen Mitarbeiter der Generalstaatsanwaltschaft zufolge sei das keine extraordinäre Maßnahme: „Vertreter des zentralen Apparats werden dann erforderlich, wenn die Ermittlung nicht mit den neuen Fakten zurecht kommt.“

    „Wollen wir abwarten, was sie erwirken können“, sagt Ella Kessajewa, eine Vertreterin des Komitees „Mütter Beslans“. „Wenn aber der Präsident nicht einmal die einfachsten Dinge (vom Terrorakt) kennt, dann gibt es wenig Hoffnung.“

    Andrej Rjabow aus dem Moskauer Carnegie-Zentrum ist überzeugt, dass „keine Treffen mit dem Präsidenten die Emotionen der Verwandten besänftigen können, solange die Ermittlung ihre Taktik nicht ändert“. „Dieses Treffen ist lediglich eine Zwischenetappe. Das Hauptsächliche ist die ernsthafte Ermittlung, die der Präsident versprochen hat“, sagte der Experte.

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