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    Moskauer Stadtgericht befand Verlängerung der Haftanordnung gegen den russischen Ex-Atomminister für rechtmäßig

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    MOSKAU, 05. September (RIA Nowosti). Das Moskauer Stadtgericht befand die Verlängerung der Haftanordnung gegen den russischen Ex-Atomminister, Jewgeni Adamow, in dessen Abwesenheit bis zum 8. Oktober durch das Basmanny-Gericht für rechtmäßig. Adamow befindet sich gegenwärtig in der Schweiz in Untersuchungshaft.

    Das Gericht wies damit die Beschwerde von Adamows Rechtsanwalt, Timofej Gridnew, zurück, der gefordert hatte, die Haftanordnung als ungesetzlich aufzuheben.

    Das Basmanny-Gericht hatte die Haftanordnung für Adamow in dessen Abwesenheit am 1. August bis zum 8. Oktober verlängert.

    "Gemäß Gesetz ist die Verlängerung einer Haftanordnung in Abwesenheit des Untersuchungsgefangenen nicht zulässig", stellte Gridnew fest.

    Ihm zufolge ist eine Verlängerung der Frist in Abwesenheit des Untersuchungsgefangenen gemäß Rechtslage nur möglich, wenn "in den Untersuchungsakten Dokumente enthalten sind, die bestätigen, dass Adamow nicht zur Gerichtsverhandlung zugeführt werden kann".

    "Wir wissen, er befindet sich in der Schweiz. Der Klagevertreter legte jedoch keine Unterlagen aus dem Justizministerium der Schweiz vor, aus denen hervorgeht, dass Adamow nicht zugeführt werden kann", stellte der Anwalt fest.

    Das Basmanny-Gericht hatte gegen den in der Schweiz im Untersuchungsgefängnis sitzenden Adamow am 14. Mai einen Haftbefehl erlassen.

    Jewgeni Adamow, der in den Jahren 1998 - 2001 an der Spitze des russischen Atomministeriums stand, wurde am 14. Mai auf Antrag des Justizministerium der USA in Bern inhaftiert. Gegenwärtig befindet sich der 66jährige Ex-Minister im Untersuchungsgefängnis in Bern.

    Die amerikanischen Behörden beschuldigen Jewgeni Adamow und seinen Geschäftspartner, den US-Bürger Mark Kauschansky, der Hinterziehung von 9 Millionen US-Dollar, die die Regierung der USA für Projekte der atomaren Sicherheit in Russland bereitgestellt hatte.

    Am 24. Juni 2005 beantragten die USA bei den Schweizer Behörden offiziell die Auslieferung Adamows. In den USA drohen ihm eine Freiheitsstrafe von 60 Jahren und ein Bußgeld von 1,75 Millionen US-Dollar.

    Russland leitete gegen Jewgeni Adamow ein Strafverfahren wegen Betrugs und Amtsmissbrauchs ein und erließ Haftbefehl. Außerdem wurde ebenfalls seine Auslieferung aus der Schweiz beantragt.

    Ende August stimmte Adamow einer vereinfachten Prozedur der Auslieferung nach Russland zu und erklärte, er sei einverstanden, dass ihn die russischen Behörden für die Rechtsverletzungen vor Gericht stellen, die ihm die USA zur Last legen.

    Die Entscheidung, an welches Land Jewgeni Adamow ausgeliefert wird, obliegt dem Bundesamt für Justiz der Schweiz.

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