16:02 17 Januar 2018
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    INTERVIEW - Politologe: Russland sollte die armenische und aserbaidschanische Diaspora zur Regelung des Karabach-Konflikts heranziehen

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    MOSKAU, 5. September (RIA Nowoti). Russland sollte die armenische und die aserbaidschanische Diaspora zur Regelung des Karabach-Konflikts heranziehen, um das Vertrauen der Seiten zu erhöhen. Diese Meinung äußerte Sergej Markedonow, Leiter der Abteilung Probleme der Beziehungen zwischen Nationalitäten des Instituts für politische und militärische Analyse. "Das Hauptproblem bei der Regelung des Konfliktes um Bergkarabach ist die Wiederherstellung des Vertrauens zwischen Armenien und Aserbaidschan", sagte er. Aus seiner Sicht würden weder Russland, die USA und die Türkei noch die Minsker OSZE-Gruppe, die als Vermittler bei der Regelung des Konfliktes auftreten, dieses Problem lösen können.

    Der Experte erinnerte daran, dass laut Vorschlag von Baku zunächst die armenischen Streitkräfte aus Bergkarabach abgezogen und erst danach die Entscheidung über den Status dieses Territoriums getroffen werden sollte.

    "Die armenische Seite zweifelt aber daran, dass Aserbaidschan seine Versprechungen einhalten und Karabach nicht zu einer Provinz im Bestand Aserbaidschans gemacht wird", so Markedonow.

    Seiner Meinung nach seien heute neue Regelungsmodelle notwendig. Auf die Möglichkeit der Ergreifung neuer Initiativen durch Russland eingehend, betonte der Politologe: "Um solche Erklärungen abgeben zu können, bedarf es einer eindeutigen kaukasischen Strategie, die heute jedoch fehlt."

    "Es gibt kein Bewusstsein dessen, dass sowohl Armenien als auch Aserbaidschan Russland brauchen", hob Markedonow hervor.

    Wie der Politologe meint, sei Russland in der Lage, unter Berücksichtigung des Bestehens einer starken armenischen und aserbaidschanischen Diaspora Kontakt mit ihren Vertretern aufzunehmen und diesen regelmäßig zu pflegen. Später werde es möglich sein, die gesammelten Erfahrungen auf die armenisch-aserbaidschanischen Beziehungen in Südkaukasien zu übertragen.

    "Ich würde die Akzente auf die bestehende Diaspora setzen. Das ist eine in jeder Hinsicht sehr reiche Ressource für die Herstellung solcher Kontakte innerhalb Russlands. Unter Berücksichtigung des großen finanziellen und politischen Einflusses der Diasporen auf Aserbaidschan und Armenien kann Russland das als informelle Aussöhnungsressource benutzen", sagte der Experte zum Schluss.

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