22:42 25 September 2017
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    Anwälte der inhaftierten Chodorkowski und Lebedew verweisen auf Verstöße bei Behandlung der Straffälle ihrer Mandanten

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    MOSKAU, 12. September (RIA Nowosti). Die Anwälte des ehemaligen Chefs des Ölkonzerns Yukos Michail Chodorkowski und dessen Kompagnons Platon Lebedew haben die Strafkammer des Moskauer Stadtgerichts ersucht, die Verhandlung im Strafverfahren gegen ihre Mandanten auszusetzen.

    Das geht aus einer auf der offiziellen Webseite des Pressezentrums von Chodorkowski am Montag veröffentlichten Mitteilung hervor.

    Die Verteidigung ist der Ansicht, dass die Einberufung der Verhandlung für den 14. September gegen Forderungen des Gesetzes über den Modus für Verhandlungen in einer Berufungsinstanz verstößt. Zudem sei der Modus für die Benachrichtigung der Seiten über das Datum der Verhandlung nicht eingehalten worden.

    "Laut Gesetz wird eine Verhandlung über einen Straffall nicht vom Gericht erster Instanz, sondern von einem Richter zweiter Instanz, und zwar nicht früher als nach dem Erhalt aller Dokumente durch dieses zweite Gericht angeordnet... Dessen ungeachtet wurde die Verhandlung nicht nach dem Erhalt der Berufungsklagen durch das Gericht zweiter Instanz und nicht von einem Richter dieses Gerichts angeordnet", begründeten die Anwälte ihren Antrag.

    Darüber hinaus machen die Anwälte auf die Tatsache aufmerksam, dass ihnen kein Original des Protokolls der Gerichtsverhandlung, sondern ein von niemandem beglaubigtes Dokument zur Verfügung gestellt wurde, das keine Kopie des Protokolls sei. "Wir betrachten solche Handlungen des Gerichts als gesetzwidrig, die die Rechte der Verteidigung wie auch der Mandanten Chodorkowski und Lebedew selbst grob verletzen." Die Verhandlung soll nach Ansicht der Anwälte nicht früher als in 14 Tagen nach der Benachrichtigung der Seiten über das neue Datum, die Zeit und den Ort der Verhandlung in der Berufungsinstanz einberufen werden.

    Michail Chodorkowski und der frühere Chef der Menatep-Holding Platon Lebedew waren am 31. Mai dieses Jahres jeweils zu neun Jahren Haft verurteilt worden. Sie wurden unter anderem des schweren Betrugs und der Steuerhinterziehung beschuldigt.

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