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    Experte: USA nahe der Normalisierung der Beziehungen zu Nordkorea

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    MOSKAU‚ 12. September (RIA Nowosti). Die KDVR und die USA stehen kurz davor, eine Lösung für die Probleme der bilateralen Beziehungen zu finden, und zwar in der Form, wie sie die Vereinigten Staaten von Amerika und China in den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts angewendet hatten. Diese Auffassung vertrat der Direktor des Institutes für den Fernen Osten der Russischen Akademie der Wissenschaften, Michail Titarenko, im Zusammenhang mit der Wiederaufnahme der sechsseitigen Verhandlungen über das nukleare Problem auf der Korea-Halbinsel am Dienstag in Peking. "Diese Formel könnte auch für Korea geeignet sein", betonte der Wissenschaftler. Er erinnerte daran, dass die USA Anfang der 70er Jahre für die Normalisierung der Beziehungen zu China in Peking eine Verbindungsmission (diplomatische Vertretung) eröffneten, deren Leitung übrigens George Bush senior, der später zum USA-Präsidenten wurde, übernahm.

    "Die Angelegenheit mit Korea bewegt sich in der gleichen Richtung. Die KDVR und die USA sind beiderseits an einer gewissen Minderung der Spannungen und an der Wahl einer Kompromisslösung interessiert", betonte Titarenko.

    Ein Kompromiss könnte nach Meinung des Akademiemitglieds darauf hinauslaufen, dass "die KDVR die Verpflichtung übernimmt, die Versuche zur Schaffung von Nuklearwaffen einzustellen, und die USA ihr dabei wirtschaftliche Unterstützung und eine Milderung der Sanktionen (im Bereich Auslandsbeziehungen) in Aussicht stellen", sagte der Experte.

    Titarenko betonte, dass Nordkorea das Recht auf friedliche Atomenergie habe, das von der Internationalen Agentur für Atomenergie (IAEA) garantiert wird.

    Die USA bestreiten allerdings dieses Recht mit der Begründung, dass die KDVR trotz alledem heimlich ein Uran-Programm entwickeln würde, worauf die amerikanische Delegation bei den vorangegangenen Gesprächsrunden in Peking wiederholt verwiesen hat.

    Der Dialog unter Beteiligung von Diplomaten der USA und der KDVR sowie Russlands, der Republik Korea, Chinas und Japans wurde im August 2003, einige Monate nach dem Austritt von Pjöngjang aus dem Vertrag über die Nichtweiterverbreitung von Nuklearwaffen, aufgenommen. Anlass dafür, aber auch für die Wiederaufnahme des früheren Nuklearprogramms, waren die Vereitelung des Baus eines neuen AKW mit zwei Leicht-Wasser-Reaktoren durch ein internationales Konsortium in Nordkorea, die Einstellung der Lieferung von Brennstoff für konventionelle Kraftwerke und der Beginn des Krieges in Irak.

    Im Feburar 2005 wurde in Pjöngjang die Schaffung von Nuklearwaffen bekannt gegeben und die Bereitschaft bekundet, dieses Arsenal zu verstärken, sollten die USA die Bedrohung der Sicherheit der KDVR nicht beseitigen.