03:27 25 September 2018
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    "Nesawissimaja Gaseta": Europa beugt sich der Gasprom-Expansion

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    MOSKAU, 22. November (RIA Nowosti). Die Abhängigkeit der EU von Russland und dessen Rohstoffen wird größer. Insofern ist die von der Europäischen Kommission am Vortag beschlossene Billigung des vor einem Monat getätigten Geschäfts, bei dem Gasprom die Ölfirma Sibneft gekauft hat, in vieler Hinsicht kein wirtschaftlicher, sondern ein politischer Akt. Das schreibt die "Nesawissimaja Gaseta" am Dienstag.

    Gasprom wird in der Welt schon lange nicht mehr als etwas von Russland trennbares aufgenommen. Die geopolitischen Interessen des Landes und die wirtschaftlichen Interessen von Gasprom sind auf eine erstaunliche Weise identisch. Es entsteht der Eindruck, dass Präsident Wladimir Putin seine politischen Siege auf der Basis der Geschäftserfolge von Gasprom erringt.

    Australien ist der einzige Markt, den Gasprom noch nicht erfasst hat. Nordeuropa sowie ein Teil Mittel- und Westeuropas werden dank der Nordeuropäischen Gaspipeline erfasst, Südeuropa dank der dieser Tage eröffneten Gasfernleitung "Blauer Strom", die die Möglichkeit bieten soll, russisches Gas nach Italien und Spanien sowie nach Nordafrika zu liefern. Die Erfolge in Asien sind in einem vor kurzem in Islamabad unterzeichneten Memorandum verankert worden, in dem die Vereinbarungen über die Gasprom-Beteiligung an der Erkundung und Erschließung von Gasvorkommen Pakistans, über die Privatisierung von Öl- und Gasunternehmen in diesem Land sowie über die Entwicklung und Verwaltung der transnationalen Gaspipelines fixiert sind.

    Nach Nordamerika wird Gasprom Flüssiggas vom Schtokman-Vorkommen liefern.

    Schon vor dem Erwerb der Ölfirma Sibneft bezeichneten europäische Beamte den russischen Gaskonzern als ein "widernatürliches Monopol". Der Westen ist darüber besorgt, dass die immer größer werdende Gesellschaft zu einem Diktator auf den Außenmärkten wird. Er kann dem aber keinen Widerstand leisten, weil er seine Abhängigkeit im Energiebereich einsieht.

    Den russischen Politikern bleibt nur noch, die wirtschaftlichen Siege des Gasmonopols mit Protokollbesuchen zu festigen und einem jeden Land, das zur Gasprom-Einflusszone gehört, ideale Partnerschaftsbedingungen wohlwollend zu garantieren. Es ist eine rhetorische Frage, ob die russische Macht unter solchen idealen Bedingungen noch eine "Liberalisierung" braucht.

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