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    "Moskowski Komsomolez": Was wird Russland für die Allianz mit China zahlen müssen?

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    MOSKAU, 22. November (RIA Nowosti). China ist bereits seit Jahrzehnten ein wichtiger politischer Spieler in Südostasien. Jetzt aber versucht Peking, eine neue und globalere Rolle für sich zu finden. Diese Suche gibt Russland Grund zur Beunruhigung, schreibt die Tageszeitung "Moskowski Komsomolez" am Dienstag.

    Vor kurzem wollte China klären, wie real es wäre, das Recht auf die Einrichtung eines Militärstützpunkts in Kirgisien zu bekommen. "Es gab eine delikate Sondierung seitens Pekings", stellt Wassili Michejew, namhafter russischer China-Experte, fest. "Als darauf eine negative Reaktion kam, tat man so, als wäre eigentlich nichts passiert."

    Die Versuche Pekings, in den russischen Energiemarkt einzudringen, endeten mit einem Misserfolg. 2002 erhoben sie den Anspruch auf ein Aktienpaket der Ölfirma Slavneft. Danach setzte China auf einen gemeinsamen Bau der Ölpipeline Angarsk-Daqin gemeinsam mit Yukos. Mit der Verhaftung von Yukos-Chef Michail Chodorkowski wurde dem Projekt ein Ende gesetzt. Dem Vernehmen nach nahm das Peking dem Kreml sehr übel. Selbst die chinesische Presse schrieb damals ohne Umschweife: "Das Angarsk-Daqin-Projekt entsprach nicht den Interessen Russlands."

    Probleme gibt es auch in der militärtechnischen Zusammenarbeit. Einerseits ist der Verkauf von Rüstungen an China eine der Hauptgarantien für das Überleben des militärisch-industriellen Komplexes Russlands. Nach den ersten gemeinsamen russisch-chinesischen Manövern im Sommer beschloss China beispielsweise, einen großen Posten Transportflugzeuge des Typs Iljuschin-76 zu kaufen. Andererseits behandeln die Chinesen die russische Verteidigungsindustrie nicht gerade gentlemanlike. Wie ein ranghoher Beamter feststellte, kauft Peking bei Russland nur 30 Prozent der Militärtechnologien, während 70 Prozent "übernommen" werden. "Der Anzug des chinesischen Raumfahrers erinnert aus irgendeinem Grund bis ins kleinste Detail an das russische Muster", meinte der Beamte. "Und das chinesische Raumschiff selbst erinnert genauso erstaunlicherweise an das russische Raumschiff ‚Sojus'. Zugleich steht im Raum des Sternstädtchens bei Moskau eine Cottagesiedlung von Leuten, denen die Weltraumforschung Millionen gebracht hat."

    Nach Angaben amerikanischer Experten verfügten die USA 1999 über alle Ressourcen für die Produktion der 82 wichtigsten Militärtechnologien, Russland besaß alles für 44 und China für 14 Technologien. Der Abstand wird aber mit jedem Jahr geringer. Laut inoffiziellen Schätzungen wird China Erzeugnisse des russischen militärisch-industriellen Komplexes maximal nur noch zehn bis 15 Jahre lang brauchen.