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    "Wremja Nowostej": Ukraine und Georgien bemühen sich um Alternative zu GUS

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    MOSKAU, 02. Dezember (RIA Nowosti). Die Ukraine distanziert sich immer mehr von Russland in Richtung einer euroatlantischen Integration. Bei dem Ukraine-EU-Gipfel am Donnerstag in Kiew wurde beschlossen, der Ukraine den Status eines marktwirtschaftlichen Landes zu geben. Die EU gibt zu verstehen, dass es sich um einen ersten Schritt zur EU-Mitgliedschaft der Ukraine handelt. Parallel festigt die Ukraine ihre Positionen eines regionalen Spitzenreiters, der mit Russland konkurriert, schreibt die Tageszeitung "Wremja Nowostej" am Freitag.

    Am Freitag beginnt in Kiew ein zweitägiges Forum der Gemeinschaft der Demokratischen Wahl, an dem die höchsten Repräsentanten Georgiens, Estlands, Sloweniens, Mazedoniens, Lettlands, Moldawiens, Litauens, Rumäniens, Polens und Bulgariens sowie Vertreter nichtstaatlicher Organisationen einiger postsowjetischer Länder und der USA teilnehmen. Georgi Arweladse, Administrationschef des georgischen Präsidenten, hatte zuvor erklärt, bei dem Forum soll eine "Achse von Staaten" gebildet werden, die keine Satelliten von Russland sein wollen.

    Das Forum ist eine Fortsetzung der Initiative der Präsidenten der Ukraine und Georgiens, Viktor Juschtschenko und Michail Saakaschwili, die noch im August ihre Absicht bekundet hatten, eine Gemeinschaft der Demokratien der Ostsee-, der Schwarzmeer- und der Kaspiseeregion zu gründen.

    Die Politiker und Experten der Teilnehmerstaaten des Kiewer Forums nehmen jede Gelegenheit war, um an Moskaus Politik etwas auszusetzen. Georgi Chaindrawa, georgischer Staatsminister für Konfliktregelung, warf Russland vor, dessen Friedensbemühungen in Georgien und Moldawien hätten die Konflikte in diesen Ländern "für Jahre auf Eis gelegt". "Bei der Gründung der Gemeinschaft der Demokratischen Wahl ist der Aspekt der Neutralisierung des Russland-Faktors präsent", räumt der georgische Politologe Paata Sakareischwili ein und erklärt das damit, dass Russland den jungen Ländern im postsowjetischen Raum keine "demokratischen Ideale" vermittelt. Der ukrainische Politologe Andrej Jermolajew prognostiziert, dass die großen geopolitischen Spieler USA und EU unvermeidlich es versuchen werden, "die Gemeinschaft der Demokratischen Wahl in die zuvor geplante Form des Sanitärkordons" an den Grenzen Russlands einzubauen.

    Es ist insofern nicht verwunderlich, dass das Forum in Moskau als unfreundlicher Schritt bewertet wurde. Die Teilnehmer "sind nur durch antirussische Positionen und nicht durch ein konstruktives Programm vereint", meint Konstantin Kossatschow, Chef des auswärtigen Staatsduma-Ausschusses. "Dies ist genauso ein totgeborenes Kind wie seinerzeit die GUUAM" (Staatenvereinigung von Georgien, der Ukraine, Usbekistan, Aserbaidschan und Moldawien).