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    "Wedomosti": Iran wehrt sich mit russischen Raketenabwehrkomplexen gegen USA und Israel

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    MOSKAU, 02. Dezember (RIA Nowosti). Russland wird Iran Raketenabwehrkomplexe "Tor M-1" verkaufen, die Flügelraketen und lenkbare Bomben abschießen können. Dabei verstößt dieses Geschäft gegen keine internationalen Verpflichtungen Moskaus, schreibt die Zeitung "Wedomosti" am Freitag.

    Wie der Manager eines Rüstungsbetriebes mitteilte, hätten Russland und Iran vor einigen Tagen einen Vertrag über die Lieferung von Fla-Raketenkomplexen "Tor M-1" geschlossen. Ein Vertreter der Fla-Raketen-Produktionsbranche fügte hinzu, es handele sich um den Verkauf eines Postens von Fla-Raketenkomplexen, die auf Bestellung von Griechenland hergestellt wurden. Griechenland hatte 21 Komplexe gekauft und weitere 29 bestellt, Ende der 90er Jahre aber auf diesen Kauf verzichtet.

    Dmitri Wassiljew, Experte des Zentrums für Strategien- und Technologienanalyse, verweist darauf, dass der griechische Vertrag einen Umfang von 526 Millionen Dollar hatte, während der Vertrag mit Iran sich auf mehr als 700 Millionen Dollar belaufen könne.

    Michail Barabanow, wissenschaftlicher Redakteur der Zeitschrift "Export Wooruschenij" (Rüstungsexport), stellte fest: Nachdem Russland 2000 aus dem Abkommen mit den USA über die Einschränkung der Waffenlieferungen an Iran ausgetreten ist, gab es Erwartungen, dass Iran nach China und Indien zum drittgrößten Importeur von russischer Militärtechnik wird. Iran kaufte aber in den zurückliegenden fünf Jahren Waffen für höchstens 300 bis 400 Millionen Dollar, weil es sich nicht sicher war, dass Moskau eine militärtechnische Politik ohne Rücksicht auf Washington betreiben kann.

    Es handelt sich um taktische Waffen, deshalb sollte der Verkauf der "Tor"-Raketen an Iran ausschließlich als Handelsoperation betrachtet werden, meinte Wagif Gussejnow, Direktor des Instituts für strategische Einschätzungen und Analyse.

    Iran muss den Schutz des Atomkraftwerks in Bushehr sichern, das Russland bis 2007 fertigstellen wird, weil Israel mehrmals erklärt hatte, es erwäge einen Präventivschlag gegen dieses Objekt, stellte Sergej Druschilowski, Professor des Moskauer Staatlichen Instituts für internationale Beziehungen, fest.

    "Iran unterliegt keinen internationalen Sanktionen im Bereich des Waffenhandels", betonte Konstantin Kossatschow, Chef des auswärtigen Staatsduma-Ausschusses. Deshalb sieht der Abgeordnete keine Verletzungen der internationalen Verpflichtungen Russlands durch dieses Geschäft. Eine eventuelle negative Reaktion des Westens auf das Geschäft mit Iran würde nach seiner Ansicht "einen politischen und keinen rechtlichen Charakter haben".

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