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    "Kommersant": Private Aeroflot-Aktionäre wollen Kauf von RRJ-Flugzeugen blockieren

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    MOSKAU, 02. Dezember (RIA Nowosti). Die Leitung der Fluggesellschaft Aeroflot hat beschlossen, 30 Flugzeuge des Typs Russian Regional Jet (RRJ) zu kaufen. Ein entsprechender Vertrag, der eine Bestellung von 20 weiteren RRJ-Maschinen vorsieht, soll bis Ende dieses Jahres zwischen der Fluggesellschaft und dem Unternehmen "Zivile Flugzuge Suchoi" (GSS, Tochtergesellschaft des Staatsunternehmens "Suchoi"), geschlossen werden, berichtet "Kommersant" am Freitag.

    Indessen halten es nicht alle Topmanager und Aktionäre der Fluggesellschaft für zweckmäßig, ein Produkt zu kaufen, dessen Lieferung erst 2008 oder 2009 zu erwarten ist, während eine wirtschaftlich effektive Nutzung erst bei einem um mindestens 25 Prozent niedrigeren Preis möglich ist. Alexander Lebedew, Mitbesitzer von Aeroflot und Staatsduma-Abgeordneter, versprach bereits, das Geschäft zu blockieren.

    Aeroflot hatte im Juli 2004 den Kauf von 50 regionalen Flugzeugen ausgeschrieben. Heute braucht das Unternehmen 14 solche Maschinen und in den nächsten drei bis fünf Jahren weitere 17. Gegenwärtig verfügt Aeroflot über 12 Maschinen des Typs Tu-134 (alte Flugzeuge der gleichen Klasse aus sowjetischer Produktion). Die Ergebnisse der Ausschreibung sollten im Frühling bekanntgegeben werden.

    Der Katalogpreis einer Maschine des Typs RRJ-95 beträgt 27,2 Millionen Dollar. "Ich habe von Aeroflot-Managern mehrmals gehört, die Fluggesellschaft würde die Maschine niemals rentabel einsetzen können, sollte das Flugzeug mehr als 18 Millionen Dollar kosten", sagt Andrej Derkatsch, Vizevorsitzender des Direktorenrates der Leasinggesellschaft Ilyushin Finance Co. Andere Marktteilnehmer zweifeln generell daran, dass RRJ überhaupt je serienmäßig hergestellt wird. Während der Gesamtwert des Projektes auf rund 700 Millionen Dollar geschätzt wird (die Entwicklung des Antriebs nicht eingeschlossen), beliefen sich die bisherigen Investitionen auf 70 Millionen Dollar.

    Eine einmütige Billigung des Kaufs von RRJ gibt es auch bei Aeroflot nicht. "Wir denken zwar, dass RRJ ein zukunftsträchtiges Programm ist, es bedarf aber einer Vervollkommnung", äußert Dmitri Senatorow, Chef einer Aeroflot-Abteilung.

    Wie der Staatsduma-Abgeordnete Alexander Lebedew, dessen Strukturen 30 Prozent der Aeroflot-Aktien kontrollieren, feststellte, gebe es "eine Menge Fragen zum Preis und zu den technischen Daten der RRJ-Maschine". Das Geschäft soll in einer außerordentlichen Generalversammlung gebilligt werden, deren Termin allerdings noch nicht feststeht.

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