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    "Iswestija": Gründung eines Kaviar-Staatsmonopols vorgeschlagen

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    MOSKAU, 02. Dezember (RIA Nowosti). Der Staat muss den Handel mit schwarzem Kaviar und Stör monopolisieren. Diese Meinung äußerte Russlands Landwirtschaftsminister Alexej Gordejew am Donnerstag in einer Regierungssitzung. Die Fischdelikatessen, die bei den illegalen Fischern beschlagnahmt werden, sollen nicht verkauft, sondern vernichtet werden, während der Binnenmarkt für schwarzen Kaviar praktisch zugemacht werden müsste, berichtet die "Iswestija" am Freitag. Diese Idee lehnen allerdings nicht nur viele Experten, sondern sogar Gordejews Kollegen im Ministerkabinett ab.

    Wie der Landwirtschaftsminister feststellte, liegt die offizielle jährliche Störfangquote für Russland bei 250 Tonnen. "Auf den Märkten wird aber mindestens zehn bis 15 Mal so viel verkauft", betonte der Minister. Nach seinen Worten habe Russland seine Weltmarktpositionen als Kaviarhändler eingebüßt. Der gesamte Kaviar, der heute in Europa verkauft wird, stammt aus Aserbaidschan und Iran, während der Binnenmarkt von illegal gewonnenem Kaviar überschwemmt ist.

    Ähnliche Initiativen werden seit 2000 von Beamten unterbreitet. 2003 bereitete die Staatliche Fischereibehörde sogar ein Gesetz über das Staatsmonopol für den Kaviarhandel vor. Der Gesetzentwurf fand aber keine Unterstützung. Auch jetzt sind viele Experten dagegen.

    So meinte Valeri Draganow, Vorsitzender des Staatsduma-Ausschusses für Wirtschaftspolitik: "Es steht noch lange nicht fest, dass der Staat fähig sein wird, das zu verwalten." Sollte Gordejews Idee dennoch positiv aufgenommen werden, würde Russland den Weg Irans gehen, wo ausschließlich der Staat nicht nur für Öl, sondern auch für die Kaspisee-Störe zuständig ist.

    In der UdSSR wurden jährlich 10 000 bis 13 000 Tonnen Störfisch und bis zu 1 200 Tonnen Kaviar aus der Wolga und dem Kaspisee gewonnen. Derzeit ist der Umfang der legalen Produktion auf 165 Tonnen Störfisch und zehn Tonnen Kaviar zurückgegangen. Alexander Schilkin, Gouverneur des Gebietes Astrachan, äußerte aber, dass der Gesamtumfang der Kaviarproduktion in seiner Region, einschließlich der illegalen, in den letzten 15 Jahren nicht zurückgegangen ist und weiterhin bei 1 000 Tonnen liegt. Da Kaviar aus der legalen Produktion exportiert wird, machen die illegalen Produkte den überwältigenden Teil des Binnenmarktes aus, sagte er.

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