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    "Nesawissimaja Gaseta": Beslan bittet Bush um Satellitenbilder vom Geiseldrama im September 2004

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    MOSKAU, 02. Dezember (RIA Nowosti). Einwohner der nordossetischen Stadt Beslan haben den USA-Präsidenten gebeten, Satellitenbilder der Beslaner Schule, die während des Geiseldramas vom 1. bis 3. September 2004 gemacht worden waren, offen zu legen und bereitzustellen. Nach Ansicht von Experten könnte aber die Veröffentlichung solcher Informationen einen ernsthaften diplomatischen Skandal und beträchtliche Verluste für die ausländischen Geheimdienste bedeuten, schreibt die "Nesawissimaja Gaseta" am Freitag.

    Die Aufklärungsdienste vieler Staaten, die Russland aufmerksam beobachten, könnten zwar über solche Informationen verfügen, es gibt aber allen Grund zu der Annahme, dass die Geheimdienste diese Informationen heute kaum offen legen würden. Für sie wäre es nicht günstig, eine übermäßig detaillierte Beobachtung Russlands zuzugeben. Außerdem würde eine Offenlegung von Daten der funkelektronischen und der Agentenaufklärung dazu führen, dass die russischen Sicherheitsbehörden die entsprechenden Schlüsse daraus ziehen würden. Ihre ausländischen Kollegen könnten daraufhin gezwungen werden, ihre Agenten abzuberufen oder sich den neuen Codierungssystemen anzupassen. Insofern wird die Aktion der Mütter von Beslan, deren Kinder in der Schule ums Leben kamen, eher politische als praktische Folgen haben.

    Generaloberst Valeri Manilow, Berater des Vorsitzenden des Föderationsrates und ehemaliger Vizechef des Generalstabs der russischen Streitkräfte, ist überzeugt, dass die Amerikaner über keine solchen Angaben zur Tragödie in Beslan verfügen. "Bei allem Respekt für die Mittel und die Qualität der Weltraumaufklärung des Pentagon verfügen die Amerikaner über nichts, was unsere Experten nicht wissen würden", betonte er.

    Sollte es solche Aufnahmen dennoch geben, so würde dies bedeuten, dass der jeweilige Satellit absolut nicht zufällig über Beslan geflogen sei, meinte ein Sprecher der Weltraumstreitkräfte Russlands. Dazu wäre eine Korrektur der Laufbahn notwendig gewesen, was rund einen Tag erfordert hätte. Sollten Daten von genau dem Tag und der Uhrzeit vorgelegt werden, als die Schule erstürmt wurde, könnte dies einem Geständnis gleichkommen, die CIA hätte im Voraus von dem Terrorüberfall gewusst.

    Einen solchen Skandal wird niemand zulassen. Etwas anderes wäre es, wenn ein Satellit erst nach der Geiselnahme auf Beslan gelenkt wurde - in diesem Fall würde niemand solche Anschuldigungen erheben. Aus indirekten Angaben würden aber russische Experten Schlüsse über das Schema und über Einzelheiten des Funktionierens solcher Aufklärungssysteme ziehen können, hieß es.