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    Autor von Islam-Buch als Exekutivsekretär des Interreligiösen Rates entbunden

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    MOSKAU, 20. Dezember (RIA Nowosti). Der Autor des umstrittenen Buches "Die neueste Geschichte der islamischen Gemeinschaft Russlands", Roman Silantjew, ist von seiner Funktion als Exekutivsekretär des Interreligiösen Rates Russlands entbunden worden und will seine Forschungstätigkeit fortsetzen.

    Wie Silantjew gegenüber RIA Nowosti sagte, war der Beschluss über seine Absetzung in einer außerordentlichen Sitzung des Präsidiums des Rates am Dienstag getroffen worden.

    Das Präsidium war auf Forderung des Rates der Muftis Russlands zusammengetreten, der am 1. Dezember eine Erklärung zu seinem möglichen Austritt aus dem Interreligiösen Rat Russlands im Zusammenhang mit dem Erscheinen des Buches von Silantjew abgegeben hatte.

    Die Sitzungsteilnehmer nahmen das Rücktrittsgesuch von Silantjew entgegen.

    "Bedauerlicherweise fällt es mir schwer, wie die jüngsten Ereignisse zeigten, diesen Posten mit meiner wissenschaftlichen Tätigkeit zu verbinden, die für mich prinzipiell wichtig ist", heißt es in dem Rücktrittsgesuch.

    Silantjew äußert sein Bedauern darüber, dass "Die neueste Geschichte der islamischen Gemeinschaft Russlands" "bei einigen moslemischen führenden Geistlichen eine so schroffe Reaktion ausgelöst hat". Zugleich verweist Silantjew darauf, dass "ein großer Teil der Moslems und der Islamforscher diese Studie begrüßt hat".

    "Ich habe vor, die Arbeit in dieser Richtung fortzusetzen. Das bedeutet, dass im nächsten Jahr die zweite, reichlich ergänzte Ausgabe des Buches erscheinen wird", sagte der Forscher gegenüber RIA Nowosti.

    Das Präsidium des Interreligiösen Rates Russlands habe ihm gegenüber keine Vorwürfe erhoben, sagte Silantjew.

    Er habe keinerlei Punkte der Ordnung über den Interreligiösen Rat und keinerlei schriftliche und mündliche Vereinbarungen verletzt sowie sein Amt nicht missbraucht und keine dienstlichen Dokumente allgemein bekannt gemacht, so der Forscher.

    "Die Vertreter aller moslemischen Zentren waren von vorne herein über meine Pläne in Kenntnis gesetzt worden, und keiner von ihnen bezweifelte mein Recht, in der Rolle eines unabhängigen Forschers aufzutreten", sagte Silantjew.

    Er dankte all denen, die ihn in der schweren Zeit nach dem Erscheinen des Buches unterstützt haben, vor allem den führenden Geistlichen des Nordkaukasus und Tatarstans sowie der Zentralen Geistlichen Verwaltung der Moslems. Ihre Erklärungen haben es laut Silantjew gestattet, der "Diffamierungskampagne" zu widerstehen und den Interreligiösen Rat Russlands zu erhalten.

    Der Interreligiöse Rat Russlands vereint führende Geistliche der Orthodoxie, des Islam, des Judaismus und des Buddhismus.

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