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    "Iswestija": G8-Vorsitz wird riesige Prüfung für Russland sein

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    MOSKAU, 29. Dezember (RIA Nowosti). Russlands Vorsitz in der G8 wird die gesamte politische Küche des kommenden Jahres prägen. Schwierigkeiten gibt es dabei mehr als Ehre, schreibt die "Iswestija" am Donnerstag.

    Bei weitem nicht alle sind damit einverstanden, dass Russland die Interessen der größten Wirtschaften der Welt vertreten wird. Nahezu unvermeidlich ist eine Welle von Diskussionen darüber, dass die G8 falsch aufgebaut ist und dass Peking und Delhi in wirtschaftlicher Hinsicht viel mehr Grund haben, diesem Klub anzugehören als Moskau.

    Russlands Diplomatie wird gewissermaßen ihre Prioritäten aufopfern und gemäß der G8-Tradition die Initiativen der vorangegangenen Vorsitzenden als Erbe übernehmen. Zum Beispiel die Organisation der Hilfe für die Länder Afrikas - dieses Thema gibt Großbritannien an Russland zusammen mit dem Posten des G8-Vorsitzenden weiter. Die zusätzliche Belastung zieht die Notwendigkeit nach sich, eigenen Bürgern zu erklären, warum finanzielle und politische Ressourcen für Zwecke verbraucht werden müssen, die den meisten unverständlich sind.

    Eine riesige Prüfung wird auch die politisch-organisatorische Seite des Vorsitzes sein. Beim Gipfel und bei zahlreichen Ministertreffen wird Russland beweisen müssen, dass es mit Recht die Positionen des G8-Vorsitzenden bekommen hat. Beweise werden nicht nur der inhaltliche Teil (in erster Linie in der Wirtschaft), sondern auch in technischen Momenten verlangt: Die G8-Gipfel sind, wie das die traurige Erfahrung des britischen Vorsitzes gezeigt hat, nicht nur für Globalisierungsgegner, sondern auch für Terroristen attraktiv.

    Ein weiteres Problem besteht darin, den Vorsitz in der G8 mit der Realisierung der eigenen nationalen Projekte zu vereinen. Beides sind überaus groß angelegte Aufgaben, die eine ernsthafte Konzentration von Bemühungen erfordern. Die Frage ist, ob der Kreml, die Regierung und der Staat insgesamt genug Kräfte haben werden, um mit beiden Aufgaben gleichzeitig fertig zu werden.

    Während man über den Erfolg des russischen G8-Vorsitzes hauptsächlich nach dem Gipfel im Sommer zu urteilen hat, so wird die Realisierung der nationalen Projekte faktisch täglich bewertet. Dies ist der Fall, wo sowohl die Ratings der Macht insgesamt und des Präsidenten persönlich als auch die prinzipielle politische Konfiguration des Landes, das gegen Ende des Jahres in einen neuen Wahlzyklus eingehen wird, auf dem Spiel stehen.