19:27 23 August 2017
SNA Radio
    Politik

    Putin macht Energetiker für Gaskonflikt verantwortlich (Zusammenfassung)

    Politik
    Zum Kurzlink
    0 0 01
    NOWO-OGARJOWO, 29. Dezember (RIA Nowosti). Russlands Präsident Wladimir Putin hat die Schuld für die Gaskrise zwischen Russland und der Ukraine den Energetikern beider Staaten gegeben.

    "Ihr habt eine regelrechte Krise verursacht, und nicht nur im Energiebereich", sagte Putin am Donnerstag bei seinem Treffen mit russischen und ukrainischen Unterhändlern, die nach einem Ausweg aus dem Gasstreit suchen. An dem Treffen nahmen Russlands Industrie- und Energieminister Viktor Christenko, Finanzminister Alexej Kudrin, die stellvertretenden Vorstandschefs von Gasprom Alexander Medwedew und Alexander Rjasanow sowie der ukrainische Brennstoff- und Energieminister Iwan Platschkow und der Vorstand des ukrainischen Öl- und Gaskonzerns Naftogas, Alexej Iwtschenko, teil.

    "Diese Krise ähnelt einer Krise zwischen beiden Staaten. Das ist sehr schlecht", äußerte Putin.

    Daraufhin teilte der russische Industrie- und Energieminister Viktor Christenko mit, dass sich beide Staaten bisher weder auf den Gaspreis noch auf die Liefermenge verständigen konnten. "Wir arbeiten jetzt an drei Dokumenten - an zwei Verträgen (über Transit und Gaslieferungen) und an einem dazugehörenden Regierungsprotokoll für 2006", sagte der Minister. "Heute gibt es nur hinsichtlich des Umfangs des möglichen Gastransits nach Europa keine Zweifel: mindestens 110 Milliarden Kubikmeter", unterstrich Christenko.

    "Auf Umfang und Preis für die russischen Gaslieferungen haben sich die Seiten bislang nicht geeinigt", fügte der Minister hinzu.

    Das ist sehr schlecht, entgegnete Putin und erinnerte daran, dass er den Übergang zu marktwirtschaftlichen Beziehungen mit dem ukrainischen Präsidenten Viktor Juschtschenko bereits im März vereinbart habe. "Es gab genug Zeit, um alle notwendigen Fragen sowohl auf der Firmen- als auch auf der Regierungsebene zu lösen."

    Weiter teilte Putin mit, Russland biete der Ukraine einen Kredit in Höhe von 3,6 Milliarden US-Dollar an, damit diese die Ausgaben beim Übergang zum Marktpreis für Gas decken kann.

    "Wir sind bereit, direkt dem Unternehmen Naftogas einen Geschäftskredit gegen Garantien einer erstklassigen internationalen Bank - entweder einer europäischen oder einer amerikanischen - zu gewähren", sagte Putin.

    Doch dazu wären, so Putin, Änderungen an dem jüngst verabschiedeten Staatshaushalt erforderlich. Der Präsident gab sich jedoch zuversichtlich, dass sowohl die Parlamentsabgeordneten als auch die russische Bevölkerung diesen Schritt mit Verständnis aufnehmen werden. Als Beispiel führte Putin Weißrussland an, dem Russland solche Kredite bereits gewährt hatte.

    Im Dezember hatten die Finanzminister Russlands und Weißrusslands, Nikolai Korbut und Alexej Kudrin, einen Kreditvertrag unterzeichnet, wonach Weißrussland 146 Millionen US-Dollar als Kredit für die Bezahlung russischer Gaslieferungen erhielt.

    "Wir gewährten den weißrussischen Kollegen einen Kredit, der nach seinem Umfang keinesfalls mit dem vergleichbar ist, was die Ukraine braucht. In ihrem Fall geht es um mehr als 3,6 Milliarden US-Dollar, was sogar für russische Verhältnisse eine ganz gewaltige Größenordnung ist", stellte Putin fest.

    Der Präsident verwies darauf, dass die Mittel zu Marktbedingungen bereitgestellt werden sollen, jedoch zu maximal günstigen Zinssätzen. "Wir wollen den Haushalt der Ukraine nicht in Schwierigkeiten bringen."

    Finanzminister Alexej Kudrin stimmte einer Frage des Präsidenten zu, ob das gewährleistet werden könne. Auch Gasprom-Vertreter erklärten ihr Einverständnis.

    Alexej Iwtschenko, Chef des ukrainischen Erdöl- und Erdgaskonzerns Naftogas Ukrainy, versicherte, dass seine Firma alle Bestimmungen des Vertrags über den Transit russischen Erdgases nach Europa erfüllen wird. "Es wird keine Verstöße geben", sagte Iwtschenko.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren