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    Gongadses Witwe kritisiert Mordermittlungen

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    MOSKAU, 11. Januar (RIA Nowosti). Die Witwe des ukrainischen Journalisten Georgi Gongadse, Miroslava, ist über den Verlauf der Ermittlungen und über den Prozess gegen die des Mordes an ihrem Gatten Angeklagten entrüstet.

    "Weder wir noch die ukrainische Öffentlichkeit ist mit dem Prozess zufrieden", hat sie in Moskau vor Journalisten gesagt.

    Es gibt zwei Akten, sagte Miroslava Gongadse: Die erste betrifft die Klage wegen Mordes gegen drei Milizionäre, die sich nun auf der Anklagebank befinden. "Zu der zweiten gewährt man uns keinen Zugang. Die Milizionäre müssen bestraft werden, jedoch nicht nur sie. Ich werde mich um neue Zeugen bemühen und die Auftraggeber werden beim Namen genannt", stellte sie fest.

    Die Witwe ist überzeugt, dass es viele Gründe dafür gibt, weshalb die Ermittlungen behindert werden. Ein Grund besteht in der Notwendigkeit, von den Mitschnitten, die der Major der Leibwache des ukrainischen Ex-Präsidenten, Nikolai Melnitschenko, gemacht hatte, ein technisches Gutachten zu erstellen. Miroslava zweifelt deren Echtheit nicht an. "... zweifellos unterhielten sich Kutschma, Litwin und Derkatsch, wie sie sich Georgis entledigen könnten", sagte sie.

    "Wenn sich die Pandorabüchse öffnet, können viele von ihnen des Mordes angeklagt werden."

    Sie zeigte sich aber auch mit dem Verlauf des Gerichtsverfahrens unzufrieden, weil er, entgegen der vom ukrainischen Präsident Viktor Juschtschenko abgegebenen Versicherungen, hinter verschlossenen Türen verläuft. "Das ist kein Prozess, das ist einfach absurd. Ich sitze einen Meter von den Angeklagten entfernt auf einer Bank mit deren Rechtsanwälten. Psychologisch ist das kaum auszuhalten", beanstandete Miroslava.

    Sie brachte die Hoffnung zum Ausdruck, dass der nächste Gerichtstermin am 23. Januar offen sein wird und Journalisten zugelassen werden.

    Der Chefredakteur der oppositionellen Internet-Zeitung "Ukrainische Prawda", Georgi Gongadse, verschwand am 16. September 2000 spurlos. Anfang November des gleichen Jahres wurde im Umland von Kiew ein enthaupteter Körper aufgefunden. Laut Gutachten sind das die sterblichen Überreste des Journalisten.

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