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    Kommentar des russischen Außenministeriums zu den Ereignissen um die Mohammed-Karikaturen

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    MOSKAU, 08. Februar (RIA Novosti). Russlands Außenministerium hat sich in einem offiziellen Kommentar auf seiner Web-Seite zu den Ereignissen geäußert, die die Veröffentlichung in einigen westlichen Zeitungen der Karikaturen des Propheten Mohammed ausgelöst hat. Der Kommentar hat folgenden Wortlaut:

    In Moskau ist man ernsthaft über die äußerst negativen Folgen besorgt, die die Veröffentlichung in den westlichen Zeitungen der Mohammed-Karikaturen hervorgerufen hat, die religiöse Gefühle der gläubigen Moslems direkt verletzen. Eine ganz zu erwartende Reaktion in der islamischen Welt auf diese Tatsache ist die Empörung. In einigen Ländern verwandelte sie sich in unannehmbare Vandalismusszenen. Selbstverständlich darf man solche Handlungen nicht rechtfertigen, von welchen Gründen oder Emotionen sie sich auch motivieren ließen.

    Die durch die oben erwähnten Karikaturen provozierten Ereignisse sind natürlich ein Wind in die Segel derer, die zu eigenen politischen Zielen Unfreundlichkeit und Misstrauen zwischen den Völkern säen möchten. Man darf es nicht zulassen, dass Extremisten verschiedener Art aus dieser Situation Nutzen zögen und die Weltgemeinschaft in ethno-konfessionelle Konfrontation versetzten. Nach unserer tiefsten Überzeugung würde solch eine Entwicklung der Ereignisse weder den Interessen des Christentums noch des Islam, sowie auch anderer Religionen entsprechen, die auf den allgemeinen Ideen der Güte und konfessioneller Toleranz basieren.

    Jetzt ist es wichtig, die Bemühungen all jener zu vereinigen, die die Toleranzpositionen vertreten, um ein breites Interzivilisationsgespräch anzufangen. Das ist ein einziger vernünftiger Weg der gemeinsamen Suche nach der Lösung der komplizierten Fragen, darunter Vorbeugung der Xenophobie und anderer gefährlicher Erscheinungen. Russland wird aktiv zum Weg in dieser Richtung beitragen.

    In Verbindung mit den heutigen Ereignissen gewinnt an Bedeutung die Frage nach der Rolle der Massenmedien. Natürlich ist die Pressefreiheit eines der wichtigsten Merkmale und das Gut jeder demokratischen Gesellschaft. Aber man muss dieses Prinzip konsequent ins Leben umsetzen, indem man die Gefühle von Gläubigen aller Konfessionen respektiert und zu ihrer Annäherung beiträgt.

    6. Februar 2006

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    Die Fotografien (der Protest der Moslems)

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