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    "Iswestija": Russland ruft Landsleute zurück

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    MOSKAU, 08. Februar (RIA Novosti). Bis zum 1. Juni soll in Russland ein Programm für die Förderung einer freiwilligen Rückkehr von Landsleuten entstehen. Ein entsprechender Erlass wurde bereits von Präsident Wladimir Putin unterzeichnet, teilt die "Iswestija" am Mittwoch mit.

    Allem Anschein nach wird Kamil Ischakow, der Präsidentenbeauftragte im Fernen Osten, der einzige Vertreter des Präsidenten in einer speziellen interbehördlichen Arbeitsgruppe sein, die sich mit dem Programm befassen wird. Es soll eng an das Entwicklungsprogramm des Fernen Ostens gebunden sein.

    Wie Putin bereits mehrmals erklärt hat, braucht Russland einen Zustrom von Einwanderern, sie sollen aber gerade in die Gebiete und in die Produktionsbereiche kommen, wo ihre Präsenz maximal effektiv sein würde. Die Repatriierung soll nicht bloß einen Zustrom von "Gastarbeitern", sondern von qualifizierten Fachleuten gewährleisten. Im Idealfall soll das eine Antwort auf den "Braindrain" sein, womit womöglich eine Rückkehr von Spezialisten erreicht werden könnte.

    "Dies ist bloß ein Versuch, die eigenen Fehler zu korrigieren, die mit dem Staatsbürgerschaftsgesetz begangen wurden und womit dem Land ein riesiger Schaden zugefügt wurde", meint Valeri Tischkow, Direktor des Instituts für Ethnologie und Anthropologie der Russischen Wissenschaftsakademie und Mitglied der Gesellschaftlichen Kammer. "Es wäre ein großer Fehler, den postsowjetischen Raum von Russen zu ,reinigen'", so der Wissenschaftler. "Die Präsenz der russischen Bevölkerung ist in vielen Staaten der Faktor, die die Möglichkeit bietet, den extremen ethnischen Nationalismus in Grenzen zu halten."

    Die Repatriierungsprogramme anderer Länder bieten ein ungefähres Handlungsschema. Die Repatriierung ist ein Prozess, der strikt geregelt wird: Die notwendige Anzahl der Personen wird exakt festgelegt, mit einem jeden wird ein Gespräch geführt. Abgesprochen werden die Region, in die die neuen Bürger kommen sollen, und manchmal sogar der Beruf, den sie unbedingt beherrschen müssen. Israel etwa, das sich praktisch von seiner Gründung an mit der Repatriierung befasst, ist inzwischen derart versiert, dass es beispielsweise spezielle Unterprogramme für die Einwanderung von Zahnärzten vorlegt.

    Dabei wird die Repatriierung vom Staat recht hohe Ausgaben erfordern: Den rückkehrenden Personen müssen nicht nur Pässe ausgestellt, sondern auch normale Lebens- und Arbeitsbedingungen angeboten werden.

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