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    Experte: Befürchtungen wegen Irans Atomprogramm sind begründet

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    MOSKAU, 08. Februar (RIA Novosti). Iran kann mit seiner Atomwirtschaft nicht abseits von anderen Staaten existieren, meint der Leiter des Zentrums für internationale Sicherheit beim Moskauer Akademieinstitut für Weltwirtschaft und Internationale Beziehungen, Alexej Arbatow.

    Das Argument, wonach Iran sich bei der Entwicklung seiner Atomwirtschaft vor allem an garantierte Lieferungen an Kernbrennstoffen denkt und den vollen Brennstoffkreislauf schaffen will, um von aller Welt unabhängig zu sein, hält Arbatow zufolge "keinerlei Kritik" stand.

    Kernmaterialien auf dem Weltmarkt zu beschaffen, wo Übermengen aller Arten gehandelt werden, Konzentrate wie auch Brennstofftabletten, stelle absolut kein Problem dar, führte der Wissenschaftler bei einem Rundtischgespräch zum iranischen Atomprogramm aus.

    Arbatow führte an, dass nur 12 Staaten der Welt über Anlagen zur Urananreicherung verfügen. Die übrigen Länder mit funktionierender Atomwirtschaft würden sich auf dem Weltmarkt bedienen. "Der Markt ist übersättigt. Das ist kein Angebotsmarkt, denn der Käufer hat die Wahl", betonte er.

    Außerdem unterstrich der Experte, dass Iran auch vom Standpunkt der friedlichen Nutzung der Atomenergie nicht autark sein kann, denn die Uranvorräte, über die Iran verfügt, sind auf 20 Jahre beschränkt. "Für 20 Jahre baut man keine derart technisch komplizierten und kostenaufwendigen Anlagen wie Zentren für die Urananreicherung."

    Arbatow lenkte die Aufmerksamkeit darauf, dass Iran beabsichtigt, Raketen mit einer Reichweite von 2 000 Kilometer zu bauen. Ballistische Raketen mit einer derartigen Reichweite, die nicht mit Atomsprengköpfen bestückt sind, seien auch vom militärischen Standpunkt aus uneffektiv.

    Der leitende wissenschaftliche Mitarbeiter des genannten Instituts für Weltwirtschaft und Internationale Beziehungen, Wladimir Dworkin, zweifelt nicht daran, dass Iran von Anfang an in den Besitz von Kernwaffen gelangen wollte. Unter den entstandenen Bedingungen glaubt die Führung Irans, so der Wissenschaftler, das Land könne frei von Zwängen handeln, sobald es nur Kernwaffen in seiner Verfügungsgewalt hat. Dworkin stellte die These auf, dass ein Kompromiss, sollte er denn überhaupt erzielt werden, nur von kurzer Dauer sein wird. "Was die mittelfristige Perspektive angeht, kann nicht ausgeschlossen werden, dass Iran den Vertrag über die Nichtweiterverbreitung von Atomwaffen aufkündigen und ein umfassendes Militärprogramm in Angriff nehmen wird", unterstrich Dworkin.

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